FIFA-Präsident plant Erweiterung der WM auf 64 Mannschaften

FIFA-Präsident plant Erweiterung der WM auf 64 Mannschaften

Der FIFA-Präsident Gianni Infantino hat angekündigt, die Fußball-Weltmeisterschaft von 48 auf 64 Mannschaften zu erweitern. Diese Entscheidung folgt der Beobachtung, dass acht der zehn bevölkerungsreichsten Länder der Welt an der aktuellen WM teilgenommen haben.

Miami, ein beliebter Ort für die Reichen und Mächtigen, bietet unabhängig von der laufenden WM Glamour und Luxus. Infantino selbst hat in dem wohlhabenden Vorort Pinecrest ein Anwesen erworben, das südwestlich von Downtown Miami liegt, wo riesige Grundstücke und luxuriöse Villen das Stadtbild prägen.

Die Idee einer XXL-WM spiegelt Infantinos Vision wider, die Wettbewerbsformate zu erweitern. „Das ist auf jeden Fall ein Thema, das man nach dieser WM anschauen und in den Gremien diskutieren wird“, sagte er in einem Interview mit dem Schweizer Sender „blue Sport“. Er betonte, dass die gesamte Welt von der WM träumen dürfe, nicht nur Europa und Südamerika. Die letzte Erweiterung auf 48 Teams führte zu einem moderaten Anstieg der europäischen Startplätze von 13 auf 16.

Besonders profitieren von dieser Entwicklung jene Konföderationen, die Infantino bei seinen Wiederwahlen stets applaudieren. Der FIFA-Präsident argumentierte, dass die Qualität der teilnehmenden Teams hoch sei und weiter steige. Besonders erfreut zeigte er sich über die neun afrikanischen Teams, die die K.o.-Runde erreicht haben.

Allerdings erwähnte Infantino nicht, dass acht der zehn bevölkerungsreichsten Länder bei dieser WM nicht vertreten sind, mit Ausnahme der USA und Brasilien. Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, schied in der Qualifikation aus, während Indien und China, zusammen über 2,8 Milliarden Einwohner, nicht vertreten waren. Insbesondere in Indien ist das Interesse am Fußball enorm, was auch mit der Geschichte der britischen Kolonialzeit und der Verehrung für Diego Maradona aus der WM 1986 zusammenhängt.

Indien scheiterte in der zweiten Runde, während China in der dritten Runde als Letzter ausschied. Staatspräsident Xi Jinping hatte einmal den WM-Titel für 2050 ausgerufen. Trotz des großen Interesses bleibt Cricket in den oberen Gesellschaftsschichten die beliebteste Sportart. Die Förderung des Fußballs in China hat sich als schwierig erwiesen, da das Land bisher nur einmal an einer WM teilgenommen hat, nämlich 2002 in Japan und Südkorea.

Eine weitere Steigerung der Erlöse könnte erzielt werden, wenn der asiatische Raum mit seiner jungen Bevölkerung einen leichteren Zugang zur WM erhält. Auch der Bann gegen Russland könnte bald aufgehoben werden, und es könnte sogar Wildcards geben. Sollte die Erweiterung bis zur WM 2030 umgesetzt werden, muss dies jedoch schnell geschehen.

Der Vorschlag zur Erweiterung wird unter anderem von Alejandro Domínguez, dem Präsidenten des südamerikanischen Fußballverbands, unterstützt. 64 Teams würden das 100. Jubiläum der ersten WM 1930 in Uruguay würdigen. Geplant sind Eröffnungsspiele in Paraguay und Argentinien, gefolgt von Spielen in Marokko, Portugal und Spanien.

Eine Ausweitung auf 16 Vierergruppen hätte den Vorteil, dass die Rechenspiele mit den Gruppendritten wegfallen würden, ohne dass eine zusätzliche K.-o.-Runde notwendig wäre. Insgesamt wären dann 128 Spiele anstelle von 104 erforderlich. Doch in Miami wird täglich vor Augen geführt, was alles möglich ist, wenn man über ausreichend Geld und Macht verfügt.

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