Gladbach übersteht Pokal-Duell gegen Delmenhorst mit 3:2
Borussia Mönchengladbach hat das DFB-Pokal-Duell gegen Atlas Delmenhorst mit 3:2 gewonnen. Die Leistung der Fohlen blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Mönchengladbach – Die erste Hauptrunde des DFB-Pokals stellt für Bundes- und Zweitligisten oft eine große Herausforderung dar, da es jedes Jahr Favoriten gibt, die gegen Underdogs stolpern. Dies erlebte Borussia Mönchengladbach zuletzt in der Saison 2013/14, als sie im ersten Spiel gegen den damaligen Drittligisten SV Darmstadt ausschieden.
Trainer Gerardo Seoane und sein Team haben in der neuen Pokal-Saison ihre Pflicht erfüllt. Gladbach hat zum zwölften Mal in Folge die zweite Runde erreicht, jedoch erfüllte die Mannschaft die Vorgaben des Trainers nur teilweise. Das Endergebnis von 3:2 spiegelt nicht die spielerische Leistung wider, die noch Verbesserungspotenzial aufweist.
Seoane hatte in der Pressekonferenz am Freitagmittag zu einer souveränen und konzentrierten Leistung aufgerufen. Diese Worte wurden von Sport-Geschäftsführer Roland Virkus kurz vor dem Spiel bei Sky wiederholt. Der 58-Jährige wies die Kritik zurück, dass Gladbach eine holprige Vorbereitung absolviert habe, und betonte die Qualität der Vorbereitung.
„Es ist wichtig, in einem Pflichtspiel zu zeigen, dass wir die gute Vorbereitung umsetzen können“, bekräftigte Virkus den Anspruch gegenüber dem Oberligisten und fügte hinzu: „Dennoch müssen wir die Sache demütig angehen und souverän sowie konzentriert auftreten.“
Ein erster Hinweis auf die Erkenntnisse des Spiels ergab sich bereits aus der Startelf. Auf der Doppelsechs begannen Rocco Reitz und Philipp Sander, während Ex-Vize-Kapitän Julian Weigl auf der Bank saß. Dies war ein erstes Zeichen von Seoane, der während des Spiels den hohen Konkurrenzkampf verdeutlichte.
Sander wurde nach 84 Minuten ausgewechselt, während Jens Castrop für Weigl ins Spiel kam. Als Kevin Stöger in der Nachspielzeit ausgewechselt wurde, kam Oscar Fraulo ins Spiel. Weigl, Jonas Omlin, Marvin Friedrich und Florian Neuhaus mussten auf einen Einsatz verzichten. Diese Spieler sind prominent besetzt, doch die Konkurrenz leistet in den Augen des Trainerteams derzeit bessere Arbeit.
In Bezug auf das Spiel fiel auf, dass Gladbach sowohl offensiv als auch defensiv unkonzentriert agierte. Bei eigenem Ballbesitz zeigte die Mannschaft zwar Tempo, der Übergang ins letzte Drittel stellte jedoch kein großes Problem dar. Seoane hatte bereits am Freitag die Entscheidungsfindung und Qualität im Angriff kritisiert.
Der Coach dürfte sich in seiner Kritik bestätigt gefühlt haben. Oft mangelte es dem letzten Pass an Schärfe oder Präzision, die ballführenden Spieler verzettelten sich im Zweikampf oder der Abschluss war ungenau. Gladbach hatte das Potenzial für mehr als drei Tore, schöpfte dieses jedoch nicht aus. Erwähnenswert ist, dass zwei Treffer nach ruhenden Bällen erzielt wurden.
Am Freitag war Robin Hack noch in die Pflicht genommen worden, am Sonntag lieferte er ab. Der Flügelspieler erzielte einen Doppelpack und zeigt damit eine vielversprechende Form. In der vergangenen Saison traf Hack insgesamt nur viermal, in seinem dritten Jahr bei Borussia möchte er deutlich mehr erreichen. Sein Zusammenspiel mit Haris Tabaković muss jedoch verbessert werden, da der Neuzugang nach einem Monat noch nicht perfekt mit seinen neuen Kollegen harmoniert.
In der Defensive hingegen agierte Gladbach phasenweise chaotisch. Das erste Gegentor fiel nach einem gegnerischen Einwurf, ein langer Ball genügte, um die Abwehr zu überwinden. Das 2:2 entstand, nachdem Nico Elvedi den Ball aus dem Strafraum schlug und Franck Honorat einen Pass ins leere Zentrum spielte. Der Abschluss von Linus Urban könnte als Tor des Monats kandidieren, war jedoch ein Geschenk der Gäste.
Unter Druck fehlt Gladbach weiterhin die Ruhe am Ball, Fehlpässe in der Nähe des eigenen Strafraums blieben jedoch unbestraft. Besorgniserregend ist die Situation um Kevin Diks, der bereits in der Vorbereitung mit kleineren Beschwerden zu kämpfen hatte und gegen Delmenhorst zur Halbzeit ausgewechselt werden musste. Der Innenverteidiger deutete Probleme im hinteren rechten Oberschenkel an.
Eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV gibt es somit Gesprächsbedarf. Auch wenn zu Saisonbeginn noch nicht alles perfekt funktionieren kann, entsprach die Leistung in Bezug auf Konzentration und Seriosität nicht den Anforderungen, die Seoane an seine Mannschaft stellt. Diese Aspekte gilt es in den kommenden Trainingseinheiten zu verbessern.