Gladbachs Überlegungen zu Standardsituationen
Standardsituationen können entscheidend für den Ausgang eines Spiels sein. Die Spieler von Borussia Mönchengladbach ziehen in Betracht, kreative Lösungen zu finden, um ihre Chancen bei Freistößen zu verbessern.
Von 2009 bis 2014 war Juan Arango einer der gefährlichsten Freistoßschützen im europäischen Fußball und erzielte in 175 Pflichtspielen für die Fohlen 31 Tore, darunter elf durch ruhende Bälle. Seit seinem Weggang hat Gladbach vergeblich auf einen gleichwertigen Nachfolger gewartet.
Seit der Saison 2020/21 hat Borussia kein direktes Freistoßtor mehr erzielt. Obwohl im Sommer 2024 der Standardspezialist Kevin Stöger verpflichtet wurde, konnte der 32-jährige Österreicher bislang weder bei ruhenden Bällen noch im Spielverlauf entscheidende Akzente setzen. Stattdessen diskutieren die Gladbach-Fans über sein risikobehaftetes Spiel, das zuletzt wenig Erfolg gebracht hat.
Freistöße sind ein häufiges Thema in der Kabine, doch die Fohlen-Stars konzentrieren sich darauf, die Gefahr gegnerischer Freistöße zu minimieren. Stöger erklärte im vereinseigenen FohlenPodcast, dass sie darüber nachdenken, den Freistoßschützen zu überlisten, indem sie weniger Spieler in die Mauer stellen.
„Wir haben die Freistöße von Leverkusen analysiert. Manchmal denken wir Spieler, dass es besser wäre, weniger Menschen in der Mauer zu haben, weil es dann für den Schützen schwieriger ist“, erläuterte Stöger. Es gehe darum, dem Schützen die Einschätzung der Flugbahn des Balls zu erschweren und ihm die Auswahl der richtigen Schusstechnik und -kraft zu erschweren.
„Wenn du als Schütze eine Mauer hast, hast du ein bestimmtes Ziel, das du anvisieren willst. Du möchtest über die Mauer schießen, und wenn du den Ball richtig triffst, fällt er ins Tor. Wenn weniger Spieler in der Mauer stehen, hast du keine Unterstützung, was es für den Schützen komplizierter macht“, fügte der Österreicher hinzu.
Bei einem Freistoß aus kurzer Distanz funktioniert dieser Trick natürlich nicht, da der Schütze dann freie Bahn hat. „Aber wenn der Freistoß weiter weg ist“, so Stöger, könnte weniger tatsächlich mehr sein. In der Partie gegen Freiburg (0:0) durften sich die Gladbacher jedoch bei Moritz Nicolas bedanken, dass sie kein Freistoßtor kassiert haben, als Derry Scherhant den Ball aus dem linken Halbfeld auf das Tor zirkelte und Nicolas das Spielgerät an die Latte lenkte.