Schwächen der Gladbacher Abwehr bei Standardsituationen

Schwächen der Gladbacher Abwehr bei Standardsituationen

Die Abwehr von Borussia Mönchengladbach zeigt Schwächen, insbesondere bei Standardsituationen. Dies wurde von Roland Virkus und Gerardo Seoane erkannt, jedoch nicht ausreichend angegangen.

In Mönchengladbach wachsen die Zweifel an der Bundesligatauglichkeit der Abwehrreihe. Kevin Diks kann den Abgang von Ko Itakura zu Ajax Amsterdam nicht kompensieren, während Luca Netz und Lukas Ullrich auf der linken Abwehrseite Schwierigkeiten haben. Joe Scally ist auf der rechten Seite konkurrenzlos.

Ein zentrales Problem ist die Anfälligkeit bei gegnerischen Standardsituationen. Von insgesamt 15 Gegentoren in der Bundesliga fielen sieben nach ruhenden Bällen. Die erste Niederlage, ein 0:1 gegen den VfB Stuttgart, markierte den Beginn dieser Problematik.

Die Stuttgarter erzielten ihren Siegtreffer nach einem Eckball, und eine Woche später verwandelte Werder Bremen einen Elfmeter zum zwischenzeitlichen 3:0. Eintracht Frankfurt gewann mit 6:4 gegen Gladbach, wobei die Hessen zweimal bei Eckbällen und einmal durch einen zweiten Ball nach einem indirekten Freistoß erfolgreich waren.

Auch Union Berlin nutzte Standards effektiv aus und erzielte beim 3:1-Sieg zwei Tore nach ruhenden Bällen. Danilo Doekhi konnte in der dritten Minute unbedrängt einen Eckball verwerten, und Rani Khedira machte in der 81. Minute den Deckel drauf, nachdem Gladbach eine Freistoßflanke in den unbewachten Rückraum köpfte.

Die Anfälligkeit bei Standards ist auf mangelnde Raumaufteilung, fehlende Kommunikation zwischen den Spielern und unzureichende Zweikampfhärte zurückzuführen. Zudem fehlt es Gladbach an Spielern mit Körpergröße, ein Problem, das bereits Ex-Sportchef Roland Virkus und Ex-Trainer Gerardo Seoane erkannt hatten.

Als Stürmer Haris Tabaković im Juli verpflichtet wurde, war ein Argument für seine Verpflichtung, dass Borussia einen Spieler benötigte, der bei gegnerischen Standards helfen kann. Mit einer Körpergröße von 1,96 Metern ist er der größte Spieler im Kader, gefolgt von Tim Kleindienst (1,94 Meter) und Marvin Friedrich sowie Moritz Nicolas (beide 1,93 Meter).

Friedrich wurde aufgrund der Standardstärke von Union in die Startelf berufen, konnte jedoch nicht überzeugen. Nico Elvedi, Kevin Diks und Fabio Chiarodia haben insgesamt die Nase vorn, sind jedoch körperlich unterlegen. Elvedi misst 1,89 Meter, während Diks und Chiarodia jeweils 1,86 Meter groß sind.

Zum Vergleich: Bei Union Berlin haben die Innenverteidiger Danilo Doekhi, Diogo Leite und Leopold Querfeld jeweils eine Größe von 1,90 Metern, während Linksverteidiger Tom Rothe sogar 1,93 Meter misst. In der Frankfurter Abwehr ragt Auréle Amenda mit 1,97 Metern heraus, gefolgt von Robin Koch (1,92 Meter) und Nnamdi Collins (1,91 Meter).

Ein umfassender Vergleich zeigt, dass die Gladbacher Abwehr in vielerlei Hinsicht unterlegen ist: Union Berlin hat fünf Feldspieler mit einer Größe von mindestens 1,90 Metern, darunter drei Innenverteidiger und einen Linksverteidiger. Eintracht Frankfurt verfügt über drei Innenverteidiger in dieser Kategorie.

Gladbach hat ebenfalls drei Feldspieler mit einer Größe von mindestens 1,90 Metern, jedoch handelt es sich dabei um zwei Stürmer (Tabaković, Kleindienst) und einen Innenverteidiger (Friedrich), der nur als Notlösung fungiert. Sportchef Rouven Schröder muss im Winter nach einem Abwehrchef mit entsprechender Körpergröße suchen, andernfalls bleibt die Anfälligkeit bei Standards eine große Schwachstelle der Fohlen-Elf.

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