Haris Tabaković: Der Held von Borussia Mönchengladbach

Haris Tabaković: Der Held von Borussia Mönchengladbach

Die Stimmung im Fußball kann sich schnell ändern, wie das Beispiel eines Spielers von Borussia Mönchengladbach zeigt, der nach einer entscheidenden Aktion gefeiert wurde, anstatt kritisiert.

Mönchengladbach – Das erste Bundesligaspiel von Borussia Mönchengladbach unter Trainer Eugen Polanski wird den Beteiligten in Erinnerung bleiben. Für den Coach war es sein Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse, und die Fohlen-Elf lieferte Bayer Leverkusen einen intensiven und spannenden Kampf, der erst in der Nachspielzeit entschieden wurde.

Der gefeierte Held nach dem Schlusspfiff war ein Spieler, der in den ersten Wochen am Niederrhein viel Kritik einstecken musste: Haris Tabaković. Nach einer soliden Vorbereitung war der Schweizer Stürmer zu Beginn der Pflichtspiele jedoch kaum präsent. Er war wenig ins Spiel eingebunden und hatte nur wenige Aktionen sowie Torabschlüsse.

Auch im Testspiel gegen Schalke 04 während der letzten Länderspielpause fiel die Leihgabe von TSG Hoffenheim kaum auf. Daher erhielt Shuto Machino den Vorzug und spielte auch gegen Leverkusen von Anfang an. Dennoch genügte Tabaković eine einzige Aktion, um die gesamte Kritik vergessen zu machen.

In der 92. Minute köpfte der 1,96 Meter große Stürmer einen Eckstoß von Nachwuchsspieler Charles Herrmann aus kurzer Distanz ins Netz des Leverkusener Tores. Es folgte ein emotionaler Ausbruch auf dem Spielfeld und im Gästeblock. Tabaković erzielte das erste Tor für Gladbach seit dem 3. Mai und verhinderte damit die dritte Niederlage in Folge.

„Es fühlt sich ein bisschen wie ein Sieg an“, sagte der Matchwinner von Borussia anschließend in der Mixed Zone. „Mit dem letzten Ball das 1:1 zu erzielen, ist ein schönes Gefühl für die gesamte Mannschaft.“ Die Kritik prallte damit endgültig an ihm ab: „Als Stürmer wird man kritisiert, wenn man nicht trifft. Damit muss man umgehen. Es geht immer weiter.“

Mit seinem Kopfballtreffer hat Tabaković eine Vorgabe von Polanski umgesetzt. Der Ex-Profi weiß, dass er nicht alle Spieler zufriedenstellen kann, und betont deshalb: „Diejenigen, die nicht spielen, dürfen wütend auf mich sein, sollen aber ihre Energie ins Team einbringen.“ Dies gelang auch Giovanni Reyna und Florian Neuhaus, die im Laufe der zweiten Halbzeit ins Spiel kamen.

Bei der Wahl der Startelf vertraute Polanski Machino, ist aber auch von den Reservespielern überzeugt. Entsprechend groß fiel das Lob für Tabaković aus: „So stellt man sich insgesamt Einwechselspieler vor. Ein Stürmer wird an Toren gemessen, er hat eine Chance und nutzt sie.“ So soll es aus Gladbacher Sicht weitergehen, damit Borussia weiterhin Punkte sammelt und sich der Neuzugang einen größeren Kredit bei den Fans erarbeitet.

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