Iranische Nationalmannschaft in schwieriger Lage bei der WM

Iranische Nationalmannschaft in schwieriger Lage bei der WM

Die Situation für die iranische Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft ist angespannt. Während eine gerichtliche Entscheidung bevorsteht, gibt es auch positive Entwicklungen.

München – Der Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour hat die Lage der iranischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in den USA kommentiert. "Das ist die schwierigste Situation, die jemals eine iranische Mannschaft erlebt hat", sagte der Grünen-Politiker mit iranischen Wurzeln im "Breakfastclub" von MagentaTV. Die Mannschaft tritt in einem Land an, das seit Monaten Bomben auf den Iran abwirft. Für Nouripour ist dies eine Belastung, die weit über den Sport hinausgeht.

Zudem ist das iranische Team intern stark gespalten. "Es gibt Spieler, die gehasst werden, weil sie bei Protesten, bei denen Menschen erschossen wurden, die Propaganda des Regimes wiedergegeben haben", erklärte Nouripour. Gleichzeitig gibt es Spieler, die sich auf die Seite der Protestbewegung gestellt haben, während andere einfach nur Fußball spielen wollen. Die Situation sei "überall belastet".

Das Verhältnis zwischen den Fans in den WM-Stadien und den regimetreuen Spielern wird ebenfalls schwierig sein. Die meisten in den USA lebenden Menschen mit iranischen Wurzeln sind Verfolgte des Terrorregimes in ihrer Heimat. Das Regime, das die Nationalmannschaft verabschiedet hat, als würde sie in den Krieg ziehen.

Eine positive Entwicklung hat sich jedoch für das Team ergeben. Ursprünglich war es der in Mexiko untergebrachten Mannschaft nicht gestattet, über Nacht in den USA zu bleiben, was bedeutete, dass sie an den Spieltagen an- und abreisen müsste. Doch kurz vor dem ersten Spiel bestätigte der iranische Verband, dass die Mannschaft nun doch bereits am Tag vor den Spielen einreisen darf.

Ein weiterer Streitpunkt wurde vor Gericht verhandelt. Es ging darum, ob Fans die historische Flagge des Iran, die mittlerweile ein Symbol der Opposition ist, in die Stadien mitnehmen dürfen. Der Oberste Gerichtshof in Los Angeles untersagte dies kurz vor dem Spiel gegen Neuseeland in der Gruppe G. Der Richter begründete die Entscheidung damit, dass freie Meinungsäußerung "unglaublich wichtig" und "heilig" sei, jedoch "nicht unbegrenzt". Dies ist eine Bestätigung des bereits bestehenden Flaggenverbots.

Obwohl Symbole, Flaggen und Spruchbänder aus den Stadien verbannt werden können, kann den Fans und Fußballern niemand ihre Stimme nehmen. Dennoch könnte dies problematisch werden, wie Bundestagsvize Nouripour ausführte: "Wenn die Spieler mitsingen, werden sie ausgebuht, weil es die Hymne des Regimes ist. Singen sie nicht mit, bekommen sie großen Druck in der Kabine."

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