Jens Stage strebt Wechsel zur TSG Hoffenheim an
Bremen – Jens Stage hat vor wenigen Tagen einen denkwürdigen Moment im Weserstadion erlebt, als das letzte Saisonspiel des SV Werder Bremen gegen Borussia Dortmund noch nicht begonnen hatte. Mit seinem dreijährigen Sohn auf dem Arm betrat der 29-Jährige das Stadion – möglicherweise mit dem Gedanken, dass dies in der kommenden Saison nicht mehr möglich sein wird. Stage möchte den Osterdeich verlassen und zur TSG 1899 Hoffenheim wechseln. Mit dem Bundesliga-Rivalen hat der Däne bereits einen Vertrag bis 2030 ausgehandelt. Der Verhandlungspoker zwischen den Clubs begann am Donnerstag. Während die Bremer Verantwortlichen das erste Angebot für Stage, dessen Marktwert bei 14 Millionen Euro liegt, im einstelligen Millionenbereich sofort abgelehnt haben, hat Cheftrainer Daniel Thioune die Hoffnung auf einen Verbleib des Mittelfeldspielers noch nicht aufgegeben. Im Gegenteil: Der 51-Jährige kämpft um Stage, wie er gegenüber der DeichStube erklärte.
„Es ist das gute Recht eines jeden Spielers, sich auf dem Markt zu bewegen und mit Alternativen für die Zukunft auseinanderzusetzen“, betont Daniel Thioune zunächst, um anschließend zu ergänzen: „Es ist aber auch mein gutes Recht als Trainer, um diese Spieler zu kämpfen. Ich habe Jens nicht umsonst wiederholt unsere Lebensversicherung genannt.“ Diese Bezeichnung ist angesichts der Leistungen des Rechtsfußes in der vergangenen Saison mehr als treffend. Mit zehn Toren und zwei Assists war Jens Stage nicht nur erneut der Top-Scorer seiner Mannschaft, sondern auch die Galionsfigur im Saisonfinale, an der sich andere orientieren konnten. Ohne Stages Doppelpack im Nordderby gegen den Hamburger SV (3:1) und seinen Treffer beim 1:1 in Stuttgart wäre der Klassenerhalt für Bremen wohl nicht möglich gewesen. Ein Verlust eines solchen Spielers wäre enorm schmerzhaft.
„Natürlich wäre es sehr schwer, ihn zu ersetzen“, gibt Daniel Thioune zu. „Deswegen hoffe ich, dass wir ihn überzeugen können, dass der Weg mit Werder über die kommenden Jahre vielleicht der bessere sein kann.“ Der Trainer verfolgt dabei eine klare Strategie: „Für uns kann es ein Argument sein, dass ein Spieler wie Jens in einem Verein wie Werder sehr etabliert und unangefochten wichtig ist. Hier hat er eine Geschichte.“ Diese Geschichte soll nach Möglichkeit im Sommer nicht enden, obwohl Werders Chancen darauf sehr gering erscheinen. Sollte Hoffenheim ernst machen und ein marktgerechtes Angebot für Jens Stage unterbreiten, wird Werder Bremen seinen Leistungsträger ziehen lassen – insbesondere, da Stage den Wechsel ausdrücklich wünscht und dies intern bereits kommuniziert haben soll.
Solange sich die Clubs jedoch nicht geeinigt haben, sieht Thioune eine Chance, auch in der neuen Spielzeit mit Jens Stage bei Werder Bremen arbeiten zu können. Die Rolle des Dänen hat der Chefcoach dabei klar im Kopf: „Für die kommende Saison tue ich sehr viel, um Jens weiterhin als Herzstück auf dem Platz zu sehen, und der gesamte Verein ebenfalls. Er kennt meine große Wertschätzung ihm gegenüber.“ Gleichzeitig hat Daniel Thioune jedoch auch einen realistischen Blick auf die Situation: „Wenn Jens sagt, dass er international spielen möchte, haben wir keine Chance, ihm das in Bremen zu bieten. Zudem kann ein Europa- oder Champions-League-Teilnehmer finanziell natürlich einen gewissen Druck ausüben.“ Genau das könnte bald passieren.