Jérôme Boateng spricht über seine Ausbootung aus der Nationalmannschaft

Jérôme Boateng spricht über seine Ausbootung aus der Nationalmannschaft

Jérôme Boateng hat sich über die Umstände seiner Ausbootung aus der deutschen Nationalmannschaft, den fehlenden Abschied von den Fans und die nachträgliche Entschuldigung von Joachim Löw geäußert.

Frankfurt – Im März 2019 gab Joachim Löw bekannt, dass er auf Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller im DFB-Team nicht mehr setzen wolle. Diese Entscheidung zählt zu den umstrittensten in der jüngeren Geschichte der deutschen Nationalmannschaft.

In der ARD-Dokumentation „Being Jérôme Boateng“ spricht Boateng offen über seine Ausbootung und teilt Details aus einem späteren Gespräch mit dem damaligen Bundestrainer. Das Fußball-Portal Absolut Fussball hatte bereits die Gelegenheit, die dreiteilige Doku-Serie vor der Ausstrahlung am Freitag, den 21. November, zu sehen und zitiert aus den Inhalten.

„Den Rauswurf aus der Nationalmannschaft habe ich zusammen mit den anderen beiden zum ersten Mal aus der Presse erfahren“, erinnert sich Boateng an die damalige Situation. Die Art und Weise der Kommunikation hinterließ bei ihm einen tiefen Eindruck: „Man war enttäuscht und wollte erst einmal nicht reden, weil die Art und Weise nicht schön war.“

Besonders schmerzlich war für den gebürtigen Berliner, dass ihm ein würdiger Abschied vom DFB-Team verwehrt blieb. „Natürlich hätte ich mir gewünscht, mich persönlich bei der Nationalmannschaft und den großartigen deutschen Fans verabschieden zu können“, betont Boateng. Nach 76 Länderspielen endete seine DFB-Karriere abrupt, ohne die Möglichkeit eines letzten Auftritts im Trikot mit dem Bundesadler.

Löws Entscheidung fiel zu einem Zeitpunkt, als die deutsche Nationalmannschaft nach dem desaströsen WM-Aus 2018 in Russland und dem Abstieg in der Nations League unter immensem Druck stand. Der damalige Bundestrainer strebte mit einem radikalen Umbruch neue Impulse an und wollte auf jüngere Spieler setzen.

Obwohl Löw vor der EM 2021 sowohl Hummels als auch Müller zurück ins DFB-Team holte, blieb Boateng außen vor. Jahre nach seiner Ausbootung kam es jedoch zu einem klärenden Gespräch zwischen Boateng und Löw. „Jogi Löw und ich haben uns erst Jahre später wiedergesehen und uns ausgesprochen“, berichtet der 37-Jährige.

Dabei reflektierte Löw offenbar kritisch über seine damalige Entscheidung: „Er hat, soweit ich mich erinnern kann, gesagt, dass es vielleicht eine falsche Entscheidung war, mich nicht noch einmal zu nominieren.“

Diese Aussage steht im Einklang mit Löws öffentlichen Äußerungen. Der ehemalige Bundestrainer hatte sich 2023 im Podcast „Spielmacher – Der EM Talk von Sebastian Hellmann und 360Media“ selbstkritisch geäußert: „Es war natürlich nicht die feine englische Art“, sagte der 65-Jährige über die Mitteilung.

Löw räumte ein, dass die Kommunikation beim FC Bayern München, in einem Raum oben, „von der Art und Weise nicht gut“ war. „Es waren so verdiente Spieler, sie haben mir so viel gegeben“, betonte Löw. „Ich liebe sie nach wie vor für das, was sie für Deutschland geleistet haben.“

Neben dem WM-Titel 2014 erreichte Boateng mit der Nationalmannschaft das Halbfinale der WM 2010, der EM 2012 sowie der EM 2016. Das frühe Ausscheiden bei der WM 2018 in Russland stellte einen Tiefpunkt dar. 2025 beendete Boateng seine Profikarriere und möchte nun als Trainer durchstarten.

Eine zwischenzeitlich geplante Hospitanz unter Bayern-Coach Vincent Kompany wird jedoch nicht realisiert. Dies geschah, nachdem die Fans des deutschen Rekordmeisters aufgrund von Boatengs juristischer Vergangenheit protestierten. Boateng gab daraufhin via Instagram bekannt, dass er aufgrund der „jüngsten Diskussionen um meine Person“ von der Hospitanz bei seinem ehemaligen Klub Abstand nehmen werde.

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