Stefan Effenberg kritisiert DFB nach Niederlage gegen Slowakei
Die 0:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen die Slowakei sorgt in Deutschland für hitzige Diskussionen. Der ehemalige Nationalspieler Stefan Effenberg hat dazu eine klare Meinung geäußert.
Köln – Der Auftakt in die neue Länderspielsaison verlief für den DFB und die Fußball-Fans alles andere als erfreulich. Mit einer enttäuschenden 0:2-Niederlage gegen die Slowakei präsentierte sich die deutsche Mannschaft schwach und erntete dafür scharfe Kritik. Trotz der Abwesenheit einiger Schlüsselspieler wie Jamal Musiala, Nico Schlotterbeck und Marc-André ter Stegen hätte die Qualität des Teams ausreichen müssen, um gegen den 52. der Weltrangliste zu bestehen.
Die Euphorie nach der Heim-Europameisterschaft scheint bereits verflogen. Nach einer enttäuschenden Leistung in den Finals der Nations League folgt nun der nächste Rückschlag. Obwohl Deutschland bei der kommenden Weltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA nicht zu den Favoriten zählt, äußerten Bundestrainer Julian Nagelsmann und sein Team ambitionierte Ziele.
Stefan Effenberg, bekannt für seine deutlichen Worte, ließ in seiner Kolumne für t-online kein gutes Haar an der Leistung der Mannschaft: „Dieses 0:2 war erschütternd und peinlich“, so der ehemalige DFB-Star.
Der 57-Jährige betonte weiter: „Wir sind von der Weltspitze meilenweit entfernt. Deutschland läuft den eigenen Ansprüchen hinterher, und das ist ein gefährlicher Weg, den Nagelsmann und seine Spieler beschreiten.“ Besonders die Verantwortung des Bundestrainers steht für Effenberg im Vordergrund.
Effenberg kritisierte auch Nagelsmanns Ansatz, mehr auf fußballerische Basics als auf Qualität zu setzen. „Ich will von Qualität nichts mehr hören. Es reicht, wenn wir die nötige Emotionalität zeigen. Vielleicht sollten wir weniger auf Qualität setzen und mehr auf Spieler, die alles geben“, hatte Nagelsmann nach der Niederlage beim WM-Quali-Auftakt angedeutet. Effenberg kann mit diesen Aussagen wenig anfangen: „Da muss ich dem Bundestrainer widersprechen. Alles zu geben, ist ein Zeichen von Qualität, ebenso wie die Einstellung und Emotionalität, die er einfordert“, erklärte der 35-malige Nationalspieler.
Ein weiterer Kritikpunkt von Effenberg war die Aufstellung der DFB-Elf. Besonders die Positionierung von Leon Goretzka im offensiven Mittelfeld stieß auf Ablehnung. „Ich kann nicht nachvollziehen, was sich Nagelsmann dabei gedacht hat. Er hat das bewährte Duo Kimmich und Goretzka, das beim FC Bayern hervorragend harmoniert, auseinandergerissen. Warum? Um einem anderen Spieler einen Gefallen zu tun? Das kann nicht sein“, äußerte Effenberg verzweifelt.
Am Sonntag hat die deutsche Nationalmannschaft im Rhein-Energie-Stadion in Köln die Möglichkeit, sich gegen Nordirland zu rehabilitieren. Andernfalls sieht Effenberg eine Diskussion über den Trainer aufkommen: „Dann muss nicht nur die Mannschaft, sondern auch das Trainerteam hinterfragt werden.“ Hoffentlich bleibt dies für die Fans und Bundestrainer Nagelsmann aus.