Julian Weigl Degradiert bei Borussia Mönchengladbach
Julian Weigl wurde bei Borussia Mönchengladbach degradiert, was eine heikle Frage aufwirft, insbesondere im Hinblick auf die Entscheidungen von Gerardo Seoane.
Mönchengladbach – Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen! Gerardo Seoane hat den Mannschaftsrat von Borussia Mönchengladbach umfassend neu strukturiert, sodass aus der vergangenen Saison nur noch drei Mitglieder übrig geblieben sind. Tim Kleindienst übernimmt das Kapitänsamt, während Rocco Reitz als Vizekapitän fungiert. Zusammen mit Nico Elvedi, Philipp Sander und Kevin Diks bilden sie den neuen Mannschaftsrat.
In der letzten Saison bildeten Jonas Omlin und Julian Weigl das Kapitänsduo, während Reitz, Kleindienst, Elvedi und Alassane Pléa, der vor einem Monat zu PSV Eindhoven gewechselt ist, Teil des Mannschaftsrats waren. Omlin, der als Kapitän abgesetzt wurde, muss nun auf der Ersatzbank Platz nehmen, da Moritz Nicolas als Nummer eins in die Saison startet.
Die Degradierung könnte schwerwiegendere Folgen für Weigl haben. Seit seinem Wechsel von Benfica im Sommer 2022 war der Mittelfeldspieler eine konstante Größe im Team und agierte ab 2023 als Vizekapitän. In 87 Bundesligaspielen für Gladbach trug Weigl 47-mal die Kapitänsbinde, da Omlin oft verletzt war.
Weigl schien lange Zeit unantastbar zu sein, bis der schwache Endspurt der letzten Saison Fragen aufwarf. Auch der 29-Jährige gehörte zu den Spielern, die in dieser Phase abtauchten. Teile der Fangemeinde betrachteten ihn schon länger nicht mehr als Anführer, und offensichtlich ist auch Seoane zu der Erkenntnis gelangt, dass es auf hierarchischer Ebene Veränderungen braucht, um Borussia erfolgreicher zu machen.
Ohne Kapitänsbinde und ohne Platz im Mannschaftsrat muss Weigl nun um einen Platz in der ersten Elf bangen. Reitz ist im zentralen Mittelfeld unantastbar, Sander hat sich als wichtiger Stabilisator erwiesen und ist Teil der neuen Führungsachse. Jens Castrop verstärkt mit seinem Tempo und seiner Aggressivität den Konkurrenzkampf im Team.
Im Testspiel gegen den FC Brentford spielte Weigl zwar neben Reitz, jedoch bildeten Reitz und Sander im vorhergehenden Jubiläumsspiel gegen den FC Valencia die Doppelsechs. Die Aufstellungen in den ersten Pflichtspielen der Saison, beginnend mit dem Pokal-Duell gegen Atlas Delmenhorst und dem Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV, versprechen bereits Brisanz.
Daher könnte es sein, dass Weigl kurz vor dem Transferschluss über einen Wechsel nachdenkt. Im Trainingslager betonte der Routinier, einen Abschied nur bei einem besonderen Angebot in Betracht zu ziehen und erhob keine Ansprüche auf die Kapitänsbinde. Dennoch ist seine Degradierung ein deutliches Zeichen dafür, dass er entbehrlich geworden ist. Muss er deshalb einen Wechsel in Erwägung ziehen?
Weigl hat einen Vertrag bis 2028, der nach seiner festen Verpflichtung von Benfica im Sommer 2023 vereinbart wurde. Ein Transfer würde bedeuten, dass Gladbach nach Pléa einen weiteren gut verdienenden Spieler von der Gehaltsliste streichen könnte, was weiterhin genau beobachtet wird. Perspektivisch könnte sich zudem eine Tür für das Nachwuchstalent Niklas Swider öffnen.
In der vergangenen Woche erlebte Weigl jedoch einen weiteren Rückschlag in seiner Karriere. Im Sommer 2014 wurde er mit nur 18 Jahren zum Kapitän von 1860 München ernannt, verlor jedoch nach nur zwei Spielen infolge des berüchtigten „Taxi-Skandals“ sein Amt.
Zur Saison 2015/16 wechselte Weigl zu Borussia Dortmund und übernahm früh eine Schlüsselrolle unter Thomas Tuchel, der ihn später sogar zu Paris Saint-Germain lotsen wollte. Dennoch gelang ihm der endgültige Durchbruch nicht; auch der Transfer zu Benfica im Januar 2020 führte nicht zu einem plötzlichen Erfolg.
In Gladbach sollte Weigl zu einem Führungsspieler reifen, jedoch ist ihm dieser Schritt bisher nicht gelungen. Abseits des Platzes ist er ein wichtiger Ansprechpartner für junge Spieler, doch auf dem Spielfeld bleibt er zu oft unauffällig. Seine Leistungen in der vergangenen Saison waren größtenteils gut, aber nicht herausragend. Nun steht zumindest die Frage im Raum, wie oft er seine Qualitäten bei Borussia noch unter Beweis stellen kann.