Jürgen Klinsmann über die WM 2026: Optimismus und Erfahrungen

Jürgen Klinsmann über die WM 2026: Optimismus und Erfahrungen

Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann wird Teil der WM 2026 sein. Die Rahmenbedingungen gefallen dem Mann, der einst die USA zum Turnier führte.

In New York äußerte Klinsmann eine gewisse Zurückhaltung bezüglich der Frage, ob dies die größte WM in der Geschichte sein wird. "Das kann man in ein paar Wochen sagen", sagte er, "aber ich bin froh, dass sie so gut begonnen hat." Er bemerkte, dass die großen Fußballnationen vertreten sind und die alten Stars wie Cristiano Ronaldo ins Turnier eingestiegen sind, während die jüngeren Talente auf dem Vormarsch sind.

„Die drei Gastgeberländer sind in hervorragender Form“, fügte Klinsmann hinzu. Er besuchte das Deutsche Haus in New York, offiziell bekannt als „German House of Soccer“. Dies war sein erster Besuch nach fast zwei Wochen WM-Betrieb, obwohl er als Botschafter der Einrichtung fungiert. Während seines anderthalbstündigen Aufenthalts verbreitete er Optimismus, lächelte, gab Autogramme und posierte für Selfies, bevor er von Sicherheitskräften begleitet das Haus verließ. Sein Favorit für das Turnier ist Brasilien.

Jürgen Klinsmann ist zu einer festen Größe bei Weltmeisterschaften geworden. Er nahm 1990, 1994 und 1998 als Spieler teil, wechselte 2006 ins Traineramt und coachte 2014 das US-Team. Bei allen anderen Turnieren fand er ebenfalls eine Rolle, sei es durch Werbeverträge oder als Mitglied der FIFA. Er kann auf die Unterstützung eines alten Freundes zählen: Arsène Wenger.

Ein Jahr lang (1992/93) war Klinsmann bei der AS Monaco von Wenger trainiert worden, und er hatte den Franzosen später zum FC Bayern lotsen wollen. Wenger holt Klinsmann bei jeder Gelegenheit in die „Technical Study Group“ der FIFA, ein Gremium ehemaliger Spieler, das sich mit taktischen Entwicklungen beschäftigt. Klinsmann hat in Katar die Möglichkeit geschätzt, 33 von 64 Spielen zu sehen, und betrachtet sich dabei als Fan mit einer Aufgabe. In den USA hat er weniger Stadionerlebnisse, sieht jedoch die 104 Spiele als Chance zur Analyse der Traineransätze.

Nach zwei WM-Spieltagen zeigt sich ein taktischer Trend: „Es gibt mehr Weitschüsse von außerhalb des Strafraums.“ Klinsmann möchte nicht über die Trinkpausen diskutieren, die von vielen als störend empfunden werden: „Ich habe sie nicht beschlossen. Es ist, wie es ist.“ Die Technical Study Group wird dies bewerten. Klinsmann freut sich, dass wieder viele deutsche Fans bei der WM anwesend sind, was in Russland und Katar nicht der Fall war. Sein Kommentar klingt wie eine subtile Kritik an den Fans, die aufgrund negativer Berichterstattung und politischer Äußerungen fernblieben.

Vor etwa zwei Wochen hatte Klinsmann in der ARD-Talkshow Maischberger für Aufsehen gesorgt. Er appellierte an die Mannschaften, politische Äußerungen zu vermeiden, da dies den Gastgebern gegenüber nicht angemessen sei und „schlechtes Karma“ schaffe. Zudem erklärte er, dass es für die Vorwürfe gegen Katar „keine Beweise“ gebe, obwohl zahlreiche Belege für Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle auf Baustellen existieren. Klinsmann hatte Katar gelobt und lobt nun die USA sowie die anderen Gastgeberländer. Teil jeder WM zu sein, ist für Jürgen Klinsmann ein Geschäftsmodell.

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