Kevin Kuranyi über die Stürmerkrise der deutschen Nationalmannschaft
Kevin Kuranyi zählte zu den treffsichersten Stürmern seiner Zeit. In der Bundesliga erzielte er 111 Tore, gefolgt von weiteren 50 Toren in Russland. Zudem traf er 14-mal im DFB-Pokal und achtmal in der Champions League.
München – In seiner aktiven Karriere war Kevin Kuranyi ein äußerst gefährlicher Stürmer. Insgesamt kommt er auf mehr als 200 Tore, darunter 19 Tore im Nationalmannschaftstrikot des DFB. Kuranyi, bekannt für seine Kopfballstärke und sein Gespür für den richtigen Platz im Angriff, weiß genau, welche Qualitäten erforderlich sind, um im Sturm zu überzeugen.
In einem Interview mit der SportBILD äußerte Kuranyi seine Meinung zur aktuellen Stürmerbesetzung der deutschen Nationalmannschaft und beleuchtet einige Probleme. Besonders erwähnte er Nick Woltemade und dessen Wechsel zu Newcastle, den er als vielversprechenden Stürmer einschätzt. „Nick ist auf einem sehr guten Weg zum internationalen Top-Stürmer. Trotz der zwei Siege gegen schwächere Gegner gibt es im Nationalteam einige Defizite“, so der ehemalige Profi.
Was genau meint er damit? „Wir haben eine Stürmer-Krise! Es gibt zwar einige talentierte Spieler, aber wir hinken der Weltspitze hinterher. Das betrifft auch andere Mannschaftsteile“, erklärt Kuranyi. Während er Spieler wie Musiala und Wirtz als vielversprechend ansieht, fehlt es ihm an Breite im Kader.
Kuranyi sieht zudem Nachholbedarf in der Ausbildung und im Coaching. „Es gibt Trainer, Analysten und Scouts, die gerne über Fußball reden, aber oft keine praktische Erfahrung haben. Natürlich kann man trotzdem ein guter Trainer sein, aber mehr Ex-Profis in den Trainerteams wären wichtig. Sie haben bestimmte Situationen auf dem Feld und in der Kabine selbst erlebt, was auf spielerischer und mentaler Ebene wertvoll ist. Wenn große ehemalige Spieler ihre Erfahrungen oder Anekdoten teilen, bringt das den Spielern mehr als die zehnte Videosequenz einer misslungenen Flanke“, fügt der Ex-Nationalspieler hinzu. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit neunzigplus.de/)