Kevin Stöger und die Herausforderungen bei Borussia Mönchengladbach

Kevin Stöger und die Herausforderungen bei Borussia Mönchengladbach

Kevin Stöger sorgt mit seiner Spielweise für unterschiedliche Meinungen im Umfeld von Borussia Mönchengladbach. Der österreichische Mittelfeldspieler ist sich der Risiken, die er eingeht, bewusst.

Stöger wechselte im Sommer 2024 vom VfL Bochum zu Borussia Mönchengladbach, nachdem er zuvor ein herausragendes Spiel absolviert hatte. Trotz einer 0:3-Niederlage im Hinspiel der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf führte er sein Team mit drei Scorerpunkten und einem verwandelten Elfmeter zum Klassenerhalt.

Der Mittelfeldspieler galt lange Zeit als einer der am meisten unterschätzten Akteure der Bundesliga. In Gladbach sollte er das Rampenlicht erreichen, das ihm zuvor verwehrt geblieben war. Nach 39 Einsätzen wird jedoch deutlich, dass sowohl der Klub als auch die Fans mehr von Stöger erwartet hatten.

In der vergangenen Saison setzte sich Alassane Pléa klar im Konkurrenzkampf um die Zehn durch. Pléas Wechsel zur PSV Eindhoven eröffnete Stöger eine neue Chance, doch zu Beginn der neuen Bundesliga-Spielzeit konnte er kaum überzeugen, sodass Florian Neuhaus vor der Länderspielpause im Spiel gegen den SC Freiburg (0:0) den Vorzug erhielt.

Im Dezember 2024 kritisierte der ehemalige Sportchef Roland Virkus das risikobehaftete Spiel von Stöger und merkte an, dass der Spieler manchmal zu viel wolle. Seither hat sich wenig geändert. Im Rückspiel gegen Borussia Dortmund im April führte ein missratener Freistoß von Stöger zum dritten Tor für den BVB, bevor er selbst einen Elfmeter zum 2:3 verwandelte und beim Jubel mit der Gelben Wand in Konflikt geriet.

Im Auftaktspiel der aktuellen Saison gegen den Hamburger SV (0:0) versuchte Stöger vergeblich, einen entscheidenden Angriff zu initiieren. In einem Interview mit 11Freunde sagte er: „Ich weiß, dass ich mich mit meinem Stil angreifbar mache. Aber der Trainer ermutigt mich immer wieder, diese Risiken einzugehen.“

Das Risiko ist Teil seines Spiels, und er bringt die nötige Entschlossenheit mit. „Wenn du kreativ spielen willst, musst du Dinge auf dem Feld machen, die nicht jeder macht – aber du musst immer voll und ganz dahinterstehen“, betonte Stöger. Er ist überzeugt: „Wenn ich nur einfach spiele, nehme ich mir meine Stärken.“

Einige Fans schätzen diese Haltung, während andere sich einen pragmatischeren Stil von dem Kreativspieler wünschen, der stets auf der Suche nach dem besonderen Moment ist. Neuhaus überzeugte gegen Freiburg mit klaren Aktionen, obwohl seine eigenen Abschlüsse schwach waren. Stöger ist sich bewusst, dass es eine gesunde Balance in seinem Spiel braucht.

„Es ist wahr: Vielleicht muss ich mich manchmal daran erinnern, pragmatischer zu spielen“, reflektierte der fünffache Nationalspieler der österreichischen Nationalmannschaft. „Nicht immer das Besondere machen zu wollen, sondern eben auch mal einen ‚schnöden Querpass‘ zu spielen.“ Wenn es ihm gelingt, auf diesem Weg mehr Torbeteiligungen zu sammeln, wird die Kritik aus dem Fanumfeld wahrscheinlich verstummen.

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