Kontroverser Vorfall beim WM-Auftakt der deutschen Mannschaft
Beim Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft zur Fußball-Weltmeisterschaft sorgte ein Schiedsrichter für Aufregung, nachdem er offenbar eine Geste gezeigt hat, die mit der rechtsextremen Bewegung „White Power“ in Verbindung gebracht wird. Eine Organisation hat bereits Kritik geäußert.
Houston – Die deutsche Nationalmannschaft startete mit einem beeindruckenden 7:1-Sieg gegen Curaçao in die WM. Während das Team unter der Leitung von Bundestrainer Julian Nagelsmann mittlerweile zu seinem Basecamp in Winston-Salem zurückgekehrt ist, sorgt eine Szene nach dem Spiel für Aufregung.
Im Zentrum der Kontroversen steht Schiedsrichter Shaun Evans, der als Unterstützung für den Video-Assistenten (VAR) eingeplant war. Berichten zufolge zeigte er bei seiner Vorstellung eine Geste, die als Erkennungszeichen der rechtsextremen Bewegung „White Power“ gilt. Er formte mit Daumen und Zeigefinger seiner rechten Hand ein „O“, während die anderen drei Finger ausgestreckt waren.
Ursprünglich wurde dieses Zeichen oft als „OK“ interpretiert, doch die Bedeutung hat sich seit den Ereignissen rund um Brenton Tarrant, der 2019 bei einem Terroranschlag in Neuseeland 51 Menschen ermordete, gewandelt. In diesem Kontext stehen die ausgestreckten Finger für ein „W“ (für „White“) und das „O“ für ein „P“ (für „Power“).
Wie der Sportjournalismus von The Athletic berichtet, ist die FIFA über den Vorfall informiert, wollte sich jedoch zunächst nicht weiter dazu äußern. Das Fare Network, eine Antidiskriminierungsorganisation, äußerte sich jedoch deutlich: „Ein weltweites Fernsehpublikum sollte nicht mit Neonazi-Symbolen konfrontiert werden, während es sich auf ein Spiel vorbereitet“, heißt es in einer Stellungnahme.
In den Augen der Organisation wollte Evans diese Geste absichtlich zeigen. „Es ist klar, dass dieser Offizielle bei dieser Weltmeisterschaft keine weitere Rolle mehr spielen sollte“, forderte das Fare Network. Ob dies tatsächlich geschehen wird, bleibt abzuwarten. Auffällig ist jedoch, dass in den Spielen nach dem Deutschland-Spiel keine VAR-Schiedsrichter mehr vorgestellt wurden.