Kritik am Bundestrainer Nagelsmann nach WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft
Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 richtet sich die Kritik verstärkt gegen Bundestrainer Julian Nagelsmann. Ein zentrales Problem des DFB scheint die Qualität des Kaders zu sein.
In Foxborough wird das deutsche WM-Aus intensiv diskutiert. Neben den Kontroversen um Trainer Nagelsmann steht die Mannschaft selbst im Fokus, insbesondere die Frage, wie gut die einzelnen Spieler tatsächlich sind. In der deutschen Fußballszene war man sich bislang einig, dass der Kader nicht mit den absoluten Favoriten wie Frankreich oder England mithalten kann. Dennoch ging der DFB davon aus, dass die Mehrheit der Startelf, die in internationalen Topklubs spielt, ausreichend Qualität für ein besseres Abschneiden bietet.
Mit Spielern wie Neuer, Tah, Kimmich, Pavlovic und Musiala standen allein fünf Akteure des FC Bayern München in der Anfangsformation, ergänzt durch zwei Topstars aus der Premier League, Wirtz (Liverpool) und Havertz (Arsenal). Nach dem enttäuschenden Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay wird jedoch deutlich, dass im deutschen Kader mehr Mittelklasse als Weltklasse zu finden ist.
Magenta-Experte und möglicher Nachfolger von Nagelsmann, Jürgen Klopp, äußerte sich dazu: „Es müssen viele Dinge angestoßen werden. Vielleicht ist die aktuelle Situation genau der richtige Moment dafür.“ Er plädiert dafür, die Zielsetzung des Verbands für zukünftige Turniere zu überdenken. „Wenn der nächste Bundestrainer, wer auch immer das sein wird, gefragt wird und nicht ‚Europameister‘ sagt, dann wird das als Mangel an Ambitionen wahrgenommen. Wir sind Deutschland!“
Klopp hält diese Sichtweise für falsch: „Wir waren einmal das Fußballdeutschland. Um wieder dorthin zu gelangen, müssen wir die Dinge ernsthaft angehen. Julian Nagelsmann hatte recht: Die Mannschaft wollte, konnte aber in bestimmten Bereichen nicht. Jetzt müssen wir herausfinden, woran das liegt.“
Falls Nagelsmann weiterhin als Bundestrainer im Amt bleibt, muss er Antworten auf diese Fragen finden. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zog er ein ernüchterndes Fazit: „Ich möchte nicht mehr von Ansprüchen sprechen, denn wir haben seit 12 Jahren nichts erreicht! Es wäre vermessen, nach dem dritten Ausscheiden zu behaupten, dass wir noch zur Weltspitze gehören. Das tun wir einfach nicht.“ Der DFB steht vor der dringenden Aufgabe, herauszufinden, wie er wieder in die Spitzenklasse zurückkehren kann.