Kritik an Kaderbekanntgabe vor DFB-Pokalfinale

Kritik an Kaderbekanntgabe vor DFB-Pokalfinale

Die Weltmeisterschaft steht kurz bevor, und damit auch die Bekanntgabe des deutschen Nationalkaders. Doch ein Aspekt sorgt für Kritik.

Berlin – Am kommenden Donnerstag, dem 21. Mai, wird Bundestrainer Julian Nagelsmann den Kader für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko bekannt geben. Ursprünglich sollte die Kaderbenennung bereits am 12. Mai erfolgen, doch der DFB-Trainer benötigte zusätzliche Zeit, um sich ein besseres Bild von den Verletzungssituationen und der aktuellen Form der Spieler zu machen.

Die Nominierung erfolgt somit erst nach dem letzten Bundesligaspieltag, der am vergangenen Samstag stattfand. Dieser neue Termin hat jedoch einige kritische Stimmen laut werden lassen. Unter anderem äußerte sich Rekordnationalspieler Lothar Matthäus skeptisch über das geplante Datum. In einem Interview mit der Sport Bild teilte der Weltmeister von 1990 seine Bedenken mit.

„Wir haben zwei Tage später ein Pokal-Endspiel, da spielt Stuttgart gegen Bayern“, erklärt Matthäus mit Blick auf das DFB-Pokalfinale am Samstag, dem 23. Mai, im Berliner Olympiastadion. Er fragt weiter: „Wie kann ich diese Kadernominierung zwei Tage davor machen, wo ich ganz sicher zwei, drei Spielern wehtun muss, die sich Hoffnungen auf diese Weltmeisterschaft machen?“ Diese Ansicht teilt er mit einem weiteren WM-Helden.

„Ich sehe das genauso“, sagt auch Philipp Lahm. „Ich weiß nicht, wie viele Nationalspieler beim Pokalfinale auflaufen. Es kann sein, dass er alle mitnimmt und niemand enttäuscht ist. Aber es könnte auch sein, dass einige enttäuscht sind, und die sollen dann ein paar Tage später im Pokalfinale spielen“, fügt der Weltmeisterkapitän von 2014 hinzu. „Jetzt kann man sagen, wir sind Profis. Aber es macht trotzdem etwas mit den Spielern“, erklärt der 42-Jährige.

Matthäus merkt zudem an, dass der VfB Stuttgart in der Vergangenheit schon benachteiligt wurde, wenn es um die Terminierung der Kaderbekanntgaben durch den Bundestrainer ging: „Stuttgart hatte bereits in der Vergangenheit Probleme in der Europa League, weil der Kader oft am Donnerstagmorgen oder -mittag bekannt gegeben wurde. Abends musste Stuttgart dann gegen Porto spielen oder sich in einer anderen Runde qualifizieren“, erinnert er sich.

„Ich finde die Terminierung psychologisch auf jeden Fall nicht optimal“, sagt Matthäus abschließend. „Die Festlegung der Termine sollte sich auch ein wenig nach dem Spielplan der Vereine richten, die Nationalspieler haben und an dem Tag oder einen Tag später ein wichtiges Spiel haben. Das kann man auch am 24. nach dem Pokal-Endspiel machen. Diese Terminierung stört mich schon seit langer Zeit.“ Die Deadline seitens der FIFA ist der 1. Juni.

Ob Nagelsmann mit seiner Nominierung tatsächlich einigen Spielern eine emotionale Last für das DFB-Pokalfinale aufbürdet, bleibt abzuwarten. Angesichts der vergangenen Nominierungen dürften jedoch eher einzelne Stars des VfB als Wackelkandidaten gelten, während sich aus dem Bayernblock kaum ein Stammspieler Sorgen um sein WM-Ticket machen muss. Lediglich die Personalie Manuel Neuer bleibt weiterhin spannend.

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