Kritik von Mats Hummels am BVB-Kader stößt auf Widerstand
Die scharfe Kritik von Mats Hummels an der Kaderzusammensetzung von Borussia Dortmund findet wenig Zustimmung im Verein. Gleich zwei Spieler widersprechen der Klub-Legende.
Nach dem 4:0-Sieg in der Champions League gegen den FC Villarreal hat Borussia Dortmund auf die Äußerungen von Mats Hummels reagiert. Der Verteidiger hatte das Mittelfeld als „ein wenig diffus“ beschrieben. Mittelfeldspieler Felix Nmecha betonte nach dem Spiel gegenüber Absolut Fußball, dem Fußballportal von Home of Sports: „Wir haben Topspieler in dieser Position und man muss bereit sein, mit jedem zu kombinieren und diese Chemie zu haben.“
Nmecha fügte hinzu, dass alle Spieler bereit seien, „miteinander zu spielen. Und das versuchen wir so gut wie möglich zu machen.“ Hummels hatte in seiner Funktion als TV-Experte für Amazon Prime Video vor dem Spiel deutliche Kritik an der Kaderzusammensetzung geübt. Seiner Meinung nach verfügt der BVB über „qualitativ gute Spieler im Mittelfeld, aber zu viele unterschiedliche Profile.“ Zudem äußerte die BVB-Legende allgemeine Unzufriedenheit mit seinem ehemaligen Klub.
„Es fehlen die ganz großen spielerischen Glanzlichter, dass ein Gegner mal fußballerisch auseinander genommen wird“, bemängelte der Weltmeister. „Man hat das Gefühl, dass man eine stabile Mannschaft sieht, die die Basics auf den Platz bringt. Aber das ist im negativen Sinne auch alles, was man sieht.“ Zwar wolle er nicht abstreiten, dass die Mannschaft „über 90 Minuten kämpft“, jedoch fehle es etwas an der Fantasie, um noch bessere Leistungen zu erzielen.
Nach dem Spiel äußerte sich auch Sebastian Kehl, der als Sportdirektor für die Kaderzusammensetzung verantwortlich ist, zur Kritik von Hummels. Er sieht die Besetzung im Mittelfeld weniger kritisch: „Natürlich braucht es eine gewisse Eingespieltheit und Rhythmus, um Abläufe zu entwickeln. Auf der anderen Seite glaube ich, dass es verschiedene Konstellationen gibt, in denen wir es auch schon gut gemacht haben.“
Im Spiel gegen Villarreal standen neben dem gesetzten Nmecha auch Marcel Sabitzer auf dem Platz, während beim 3:3 gegen den VfB Stuttgart Jobe Bellingham in der Startelf war. Mit Pascal Groß und Carney Chukwuemeka gibt es zudem zwei weitere Spieler für zwei Positionen. Anders als Hummels sieht Kehl in der Kadertiefe einen klaren Vorteil für den BVB und Cheftrainer Niko Kovač.
„Wir werden viele Spiele in den nächsten Tagen und Wochen haben, um immer wieder auch zu rotieren. Das ist ein Vorteil der Breite des Kaders. Solange sich niemand verletzt, werden wir das sicherlich auch nutzen“, verteidigte er seine Mannschaft, die mit drei Siegen aus fünf Spielen in der Champions League aktuell auf Kurs ist, in der Bundesliga jedoch zuletzt etwas an Leistung verloren hat.