Larissa Mühlhaus über das Nordderby und ihre Karriere
Larissa Mühlhaus vom SV Werder Bremen äußert sich in einem Interview mit DeichStube über das bevorstehende Nordderby in der Frauen-Bundesliga gegen ihren ehemaligen Club Hamburger SV, Transfergerüchte und ihre Ambitionen für die Nationalmannschaft.
Bremen – Am Samstag um 17:45 Uhr (DeichStube-Liveticker) findet das erste Nordderby zwischen den Frauenmannschaften von SV Werder Bremen und Hamburger SV in der Frauen-Bundesliga statt. Für Larissa Mühlhaus, die im Sommer 2024 vom HSV zu Werder wechselte, wird das Spiel vor mehr als 30.000 Zuschauern im Weserstadion ein besonderes Highlight. Im Gespräch mit DeichStube teilt die 22-jährige Offensivspielerin ihre Vorfreude auf das Derby, spricht über Transfergerüchte und ihre Kindheit als HSV-Fan.
„Es sind viele Emotionen dabei, vor allem Vorfreude. Ich freue mich riesig auf das Spiel, vor so einer Kulisse zu spielen und gegen den HSV – das gibt es nichts Besseres!“ erzählt Mühlhaus. Als gebürtige Hamburgerin hat sie enge Verbindungen zu ihrer Heimat und hat etwa 40 Tickets für Familie und Freunde organisiert, die alle gespannt auf das Spiel warten.
Auf die Frage, was sie mit ihren ehemaligen Kolleginnen beim HSV austauscht, antwortet sie: „Ein bisschen Spaß ist immer dabei. Wir freuen uns einfach, uns zu sehen und vor so einer Kulisse zu spielen. Mein Traum ist es, das Derby zu gewinnen und auch Tore zu schießen, aber ich habe mir vorgenommen, nicht zu jubeln – aus Respekt.“
Larissa Mühlhaus, die in ihrer Kindheit oft im Volksparkstadion war und sogar ihren Geburtstag dort feierte, gesteht schmunzelnd: „Ja, ich habe tatsächlich in HSV-Bettwäsche geschlafen! Ich bin in Hamburg geboren, und für mich gab es keinen anderen Verein, da meine ganze Familie HSV-Fan ist.“
Die Spielerin hat auch für den FC St. Pauli gespielt und erinnert sich an die spannende Zeit mit einem Zweitspielrecht, wo sie teilweise für beide Vereine gleichzeitig spielte. „Das hat mich definitiv stärker gemacht“, sagt sie. Trotz der Rivalität fühlte sie sich wohl und konzentrierte sich darauf, einfach Fußball zu spielen.
„Ich verfolge den HSV noch, aber jetzt spiele ich in Bremen und konzentriere mich auf Werder“, erklärt Mühlhaus und reflektiert über ihre Erfahrungen im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den HSV, wo sie beeindruckende Emotionen erlebte.
„Das Weserstadion wird ganz anders sein. Im Volksparkstadion hatten die HSVerinnen ihre Fans hinter sich, diesmal haben wir unsere Werder-Fans, die uns zusätzlich motivieren werden“, sagt sie. Auf die Reaktionen nach ihrem Wechsel zu Werder angesprochen, meint sie: „Es gab einige negative Kommentare, aber die positiven Rückmeldungen haben überwogen. Ich wollte einfach den nächsten Schritt in meiner Karriere machen.“
Im Hinblick auf mögliche Wechselgerüchte in der Zukunft sagt Mühlhaus: „Ich habe einen Vertrag in Bremen und möchte hier Leistung zeigen. Der Fokus liegt darauf, erst einmal im Team zu performen.“
Für die laufende Saison hat sich das Team von Werder Bremen viel vorgenommen: „Wir wollen in jedem Spiel mutig und offensiv agieren“, so Mühlhaus. Die neue Trainerin bringt frische Trainingsinhalte, die ihr helfen, sich weiterzuentwickeln.
Als Teil der U23 des DFB hat sie den Traum, eines Tages für die A-Nationalmannschaft zu spielen. „Das wäre etwas ganz Besonderes! Ich will erst mal in der Liga performen, dann schauen wir weiter“, schließt sie das Interview.