Leon Goretzka steht vor Abgang vom FC Bayern
Die Anzeichen verdichten sich, dass Leon Goretzka den FC Bayern München in naher Zukunft verlassen wird. Der Rekordmeister denkt bereits über mögliche Ersatzspieler im Mittelfeld nach.
In München ist Goretzka derzeit noch eine verlässliche Größe. Wenn Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic verletzt sind oder eine Pause benötigen, erhält der 30-Jährige seine Chance. Ein aktuelles Beispiel ist das letzte Bundesligaspiel des Jahres gegen Heidenheim, in dem Bayerns Stamm-Mittelfeld nicht auflaufen konnte und Goretzka in die Startelf rückte.
Für solche Ausnahmefälle ist der erfahrene Spieler sofort zur Stelle. Allerdings hat Goretzka, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, beim FC Bayern kaum noch Perspektiven. Kimmich, Pavlovic und das Mittelfeldtalent Tom Bischof stehen in der internen Rangliste vor ihm. Für die zentrale Position wird laut Informationen der tz ein weiteres Talent gesucht. Intern gibt es bereits Kandidaten wie Javier Fernandez (19), David Santos Saiber (18) und den Leih-Rückkehrer Noel Aseko (20, aktuell Hannover).
Trotzdem sind die Münchner Verantwortlichen aktiv auf dem Transfermarkt und suchen nach jungem Ersatz für Goretzka. Carlos Baleba (21) von Brighton & Hove Albion steht zwar auf der Liste, jedoch ist die geforderte Ablösesumme von 80 Millionen Euro zu hoch. Realistischere Ziele für den FC Bayern sind Nathan De Cat (17) von RSC Anderlecht und Kenneth Eichhorn (16) von Hertha BSC.
Wie die tz erfahren hat, genießt insbesondere der deutsche U17-Nationalspieler Eichhorn großes Interesse beim FC Bayern. In seinem bis 2027 gültigen Vertrag ist eine Ablösesumme von rund 12,5 Millionen Euro festgelegt. Berichten zufolge sind die Münchner bereit, ein Gesamtpaket (Ablöse, Gehalt, Prämien) von 25 Millionen Euro für Eichhorn zu schnüren.
Es deutet vieles darauf hin, dass Goretzkas Zeit beim FC Bayern sich dem Ende zuneigt. 2018 wechselte der Mittelfeldspieler ablösefrei von Schalke zu den Münchnern, mit denen er unter anderem sechsmal Meister und zweimal DFB-Pokalsieger wurde. Der Höhepunkt seiner Karriere war der Champions-League-Sieg im Jahr 2020.
Goretzka galt einst als Inbegriff eines „Box-to-Box“-Spielers, der das Spielfeld zwischen den Strafräumen dynamisch bearbeitet, Bälle erobert und torgefährlich ist. In letzter Zeit hat er jedoch an dieser Form verloren.
Trainer Vincent Kompany sieht Goretzka zwar noch als wichtigen Bestandteil des dezimierten Kaders, schätzt seine taktische Disziplin sowie seine Stärken im Zweikampf und bei langen Bällen des Gegners. Dennoch mangelt es ihm an der Torgefahr, da er in 23 Einsätzen in dieser Saison keinen Scorerpunkt erzielen konnte. Diese Entwicklung wird auch von vielen Fans in den sozialen Medien kritisch kommentiert.
Sportvorstand Max Eberl hatte bereits im vergangenen Sommer versucht, Goretzka zu verkaufen. Der Spieler glaubte jedoch an seine Chance und kämpfte sich zurück, was ihm Anerkennung von Vereinsgrößen wie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge einbrachte. Nun wird er jedoch gebeten, sich nach Alternativen umzusehen. Medienberichten zufolge sind Atlético Madrid, Tottenham und Fenerbahce Istanbul, unter der Leitung des ehemaligen Schalke-Trainers Domenico Tedesco, als potenzielle Abnehmer im Gespräch.