Love Arrhov: Ein Talent mit Herausforderungen in Frankfurt
Love Arrhov hat vielversprechende Perspektiven in Frankfurt, doch im Klassenbuch der Eintracht weist das schwedische Mittelfeldtalent zu viele Fehlstunden auf.
Frankfurt – Plötzlich stand er auf dem Feld, wie aus dem Nichts. In der Startformation der Eintracht beim FC Augsburg, im Rahmen des 31. Spieltags der Bundesliga, kämpfte die Mannschaft um einen Platz in Europa. Und mittendrin: Love Arrhov, gerade einmal 17 Jahre alt. Seine Premiere in der Anfangself war bemerkenswert, denn nur vier Spieler in der Geschichte des Klubs waren jünger. Eine schöne Geschichte, auch wenn sie nicht das erhoffte Ende fand. Doch das Erlebnis bleibt dem inzwischen 18-Jährigen niemand mehr nehmen.
Die Gründe für die suboptimalen Leistungen in Augsburg lagen nicht allein bei ihm. Chefcoach Albert Riera hatte die Idee, den bis dahin eher unauffälligen Mittelfeldspieler in seinem bekannten 4-1-4-1-System als Linksaußen aufzustellen.
Die Begründung des Trainers lautete: „Er ist der einzige Spieler, der in der Offensive alle Positionen spielen kann.“ Dazu zählen: „Rechts, links, falsche Neun, Zehn.“ Aber als Linksaußen? Das war neu. Schließlich gilt der schwedische Rohdiamant, den die Eintracht zum 1. Januar dieses Jahres für 4,6 Millionen Euro von IF Brommapojkarna verpflichtet hat, eher als zentraler Spieler, in dem er seine Stärken, seine Fußballintelligenz, Technik und taktisches Verständnis ausspielen kann.
Arrhov ist ein mutiger, kreativer Spieler, der das Potenzial hat, in die Fußstapfen von Mario Götze zu treten – ein Instinktkicker mit einem umfassenden Blick für das Spiel. In Frankfurt hat man große Stücke auf ihn gehalten. „Er ist ein sehr großes Talent und zeigt im Training herausragende Leistungen“, so Trainer Riera.
Doch in Augsburg musste der Coach einsehen, dass er möglicherweise einen Fehler gemacht hat. Er handelte entgegen seiner eigenen Überzeugung. „Wir müssen ihn schützen“, betonte der Spanier. „Es ist meine Verantwortung, den richtigen Zeitpunkt zu finden.“ Diesen Zeitpunkt fand er nicht oder zumindest nicht die passende Position für den jungen Spieler, was abzusehen war.
So ging der schwedische Juniorennationalspieler mehr oder weniger unter, war kaum ins Spiel eingebunden und wirkte wie ein Fremdkörper. Riera nahm ihn nach 45 Minuten vom Platz, und danach zeigte das Team eine bessere Leistung, kämpfte sich nach einem 0:1-Rückstand zu einem verdienten 1:1. Arrhov war damit aus dem Spiel. Der Trainer stellte ihn fortan nicht mehr auf. So sieht eine sinnvolle Entwicklung nicht aus.
Unter Adi Hütter beginnt für den Youngster nun ein neuer Abschnitt. Er wird um seine Chance kämpfen. Für sein Alter ist er bereits sehr reif, erwachsen und weit entwickelt. Zudem ist er jemand, der sich nicht von übermäßigem Respekt leiten lässt. In einem Testspiel gegen Gießen, das mit 7:1 gewonnen wurde, zeigte er eine engagierte Leistung und erzielte ein Tor. „Sehr, sehr gut“, lobt Adi Hütter den Techniker, weist jedoch auch auf die Notwendigkeit von Geduld bei den vielen Talenten hin. „Es geht nicht von heute auf morgen.“ Dennoch könnte es mit dem talentierten Love Arrhov noch spannend werden.