Lucien Favre beendet seine Trainerkarriere
Der Kulttrainer Lucien Favre hinterlässt ein bedeutendes Erbe bei Borussia Mönchengladbach, trotz eines schwierigen Abschieds. Nun hat er seine Karriere beendet.
Mönchengladbach – Die jüngeren Fans von Borussia Mönchengladbach verbinden mit Favre eine Wende in der Geschichte des Traditionsvereins. Er rettete die Borussia 2011 nicht nur vor dem Abstieg, sondern formte den Klub in den folgenden Jahren zu einem Topteam. Jetzt ist für ihn Schluss.
„Ich habe genug gemacht, es reicht“, erklärte der langjährige Bundesliga-Trainer in einem Interview mit dem Blick. Der oft zögerliche Schweizer hat keine Zweifel mehr. „Es ist vorbei. Mein Entschluss ist richtig, davon bin ich mehr denn je überzeugt.“ Zukünftig möchte der 68-Jährige vor allem „das Leben genießen“.
Favre kam 2007 über Hertha BSC in die Bundesliga. Seine erfolgreichste Zeit erlebte er in Gladbach, wo er es nach dem erwähnten Klassenerhalt zweimal in die Europa League und einmal in die Champions League schaffte. 2012 belegte er bei der Wahl zum „Trainer des Jahres“ den zweiten Platz hinter Jürgen Klopp.
Trotz des etwas unschönen Endes seiner Zeit in Gladbach, das mit seiner überraschenden Abreise 2015 verbunden war, genießt Favre rund um den Borussia-Park nach wie vor Kultstatus. „Danke für alles, Lucien! Genieße deinen wohlverdienten Ruhestand!“, schrieb der Klub auf Instagram. Auch bei Borussia Dortmund war Favre tätig und wurde dort zweimal Vizemeister. Nach seinem Engagement in Dortmund kehrte er für ein halbes Jahr nach Nizza zurück, wurde jedoch im Januar 2023 entlassen.
Favre gab an, dass er sich intensiv mit seinem Rücktritt beschäftigt habe. „Ich habe mich schon vor längerer Zeit entschieden, weil ich gespürt habe: Alles ist gemacht, es ist genug.“ Dennoch gab es Anfragen aus Europa und Saudi-Arabien, die er jedoch dankend ablehnte: „Es ist definitiv vorbei.“
Heute geht es ihm „ausgezeichnet“, betonte der Schweizer. Er hat bereits Abstand zum Fußball gewonnen und verfolgt den Sport nur noch eingeschränkt: „Ab und zu schaue ich 30 Minuten Fußball – manchmal auch eine Halbzeit oder sogar ein ganzes Spiel. Aber für meinen Geschmack läuft zu viel Fußball. Meisterschaft, Cup, Champions League, Europa League, Conference League, Nations League. Manchmal ist es einfach zu viel.“