Luis Diaz: Starker Spieler mit Schwächen in der Chancenverwertung beim FC Bayern München
Neuzugang Luis Diaz hat sich beim FC Bayern München als einer der herausragenden Akteure etabliert, doch seine Chancenverwertung bleibt ein Problem.
München – Der kolumbianische Flügelspieler bringt Tempo, Kreativität und Torgefahr in die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany. Mit sieben Toren in 13 Pflichtspielen kann Diaz bereits eine beeindruckende Bilanz vorweisen. Trotz seiner offensiven Qualitäten gibt es jedoch eine auffällige Schwäche: die mangelhafte Chancenverwertung.
Ein Beispiel für diese Schwäche lieferte Diaz im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Bereits in der ersten Spielminute tauchte er frei vor Gladbachs Torwart Moritz Nicolas auf, schoss jedoch links am Tor vorbei. „Wir hätten gleich zu Beginn das 1:0 erzielen können“, kommentierte Sportvorstand Max Eberl nach dem Spiel. Diese Szene war jedoch kein Einzelfall. In der laufenden Saison hat Diaz bereits sechs Großchancen in der Bundesliga ungenutzt gelassen, was ihm einen Negativrekord einbringt.
Auch in der Champions League und im DFB-Pokal zeigt sich ein ähnliches Bild: Diaz vergab jeweils drei weitere Großchancen, was ihn zum Spieler mit den meisten vergebenen Großchancen im Team macht. Diese Statistiken verdeutlichen, dass Diaz trotz seiner Offensivstärke bisher keine Kaltschnäuzigkeit an den Tag legt.
Trotz dieser Schwäche zählt Diaz zu den gefährlichsten Offensivspielern der Bundesliga. Mit 30 Torschüssen führt er gemeinsam mit Michael Olise die Liga an, noch vor Harry Kane. Sein „Expected Goals“-Wert (xG) liegt bei 5,18, was seine hohe Aktivität im Strafraum unterstreicht. Im direkten Vergleich zeigt sich jedoch der Unterschied: Kane hat aus einem xG-Wert von 6,47 bereits zwölf Tore erzielt, fast doppelt so viele wie Diaz.
Unter Trainer Vincent Kompany hat Diaz eine positive Entwicklung genommen. Der Belgier vertraut auf die Fähigkeiten des Kolumbianers und sieht die vergebenen Chancen gelassen. „Er erarbeitet sich viele Chancen, weil er immer aktiv ist“, erklärte Kompany. „Mir ist wichtiger, dass er in den entscheidenden Momenten trifft, als fünf Tore in einem Spiel zu machen und dann fünf Monate nichts.“