Luis Diaz überzeugt beim FC Bayern München
Experten und Fans des FC Bayern München hatten den Transfer von Luis Diaz kritisch betrachtet. Der Neuzugang des FC Liverpool hat jedoch eindrucksvoll geliefert.
München – Matchwinner! Luis Diaz war beim 3:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt der strahlende Held des FC Bayern München. Der 28-Jährige erzielte zwei Tore und bereitete den Traumtreffer von Harry Kane vor. Dies waren seine Torbeteiligungen Nummer sieben, acht und neun in der Bundesliga, wobei nur Kane ihn in der Scorer-Tabelle übertrifft.
Die öffentliche Meinung über Diaz hat sich schnell gewandelt. Vor Saisonbeginn äußerte der Weltmeister Lothar Matthäus: „Die Transferpolitik des FC Bayern ist weiterhin – sagen wir mal – ausbaufähig. Für 75 Millionen Euro einen 28-Jährigen zu verpflichten, den der FC Liverpool verkaufen will, weil er seinen Vertrag nicht verlängert, ist wirklich kein Kunststück.“
War das tatsächlich der Fall? Matthäus bezog sich nicht auf die sportlichen Fähigkeiten von Diaz, sondern auf den hohen Preis. Er kritisierte, dass Diaz nur „dritte oder vierte Wahl“ gewesen sei. Doch war dem wirklich so? Diaz stand auch auf der Liste eines anderen europäischen Topvereins.
Deco, Sportchef des FC Barcelona, gab kürzlich in der Mundo Deportivo zu: „Die Gespräche über Luis Díaz waren von Anfang an ziemlich schwierig. Der Transfer war letztendlich unmöglich.“ Für Bayern-Sportvorstand Max Eberl war es daher alles andere als einfach, einen Spieler dieser Klasse von den Reds zu verpflichten, da auch die Münchner einige Absagen hinnehmen mussten.
Bei Liverpool wird Diaz bereits schmerzlich vermisst. „Luis Diaz fehlt mir enorm“, sagte Daniel Sturridge nach der 1:2-Niederlage der Reds gegen den FC Chelsea bei Sky Sports. „Wenn man sich Liverpool im vergangenen Jahr ansieht und wie sie damals gepresst haben, war er meiner Meinung nach derjenige, der in der vorderen Dreierreihe das Pressing eingeleitet hat.“
Inzwischen hat Diaz bewiesen, warum er für so viel Geld verpflichtet wurde. Auch die Bayern-Fans, die im Juli auf X unter dem Hashtag #EberlOUT ihrem Unmut Luft machten, zeigen sich nun versöhnt. Nach den Abgängen von Kingsley Coman und Leroy Sané erwartete das Umfeld einen großen Namen, und Diaz erschien vielen Fans zunächst nicht spektakulär genug.
Wenn ein Spieler jedoch wettbewerbsübergreifend alle 83 Minuten an einem Tor beteiligt ist, spricht man schnell von einem Top-Neuzugang. Derzeit stellt er im 4-2-3-1-System unter Trainer Vincent Kompany sogar seinen Mitspieler Michael Olise phasenweise in den Schatten. Das war so kaum zu erwarten.
Eberl erklärte zu Beginn: „Wir wollen Tempo, Tore, Assists, Qualität im Eins-gegen-eins und eine hohe Verlässlichkeit, also so viele Einsätze wie möglich.“ Diaz liefert bislang alles – und sogar noch mehr. Er hat bereits 129 Sprints absolviert und belegt in diesem Ranking den neunten Platz. Nur fünf Spieler haben mehr intensive Läufe. Diese Statistiken sind beeindruckend. Hat Eberl also doch ein „Kunststück“ vollbracht?