Manfred Manglitz, erster Torwart mit Bundesliga-Tor, verstorben
Der ehemalige Torwart Manfred Manglitz, der als erster Keeper in der Geschichte der Bundesliga ein Tor erzielte, ist im Alter von 86 Jahren in Spanien verstorben.
Im Juni 1967 sicherte sich Manglitz mit seinem Treffer für den Meidericher SV einen Platz in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs. In einem Bundesligaspiel erzielte der gebürtige Kölner das erste Tor eines Torwarts, als er einen Elfmeter zum 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach verwandelte. Leider konnte dieser Treffer die Niederlage seines Teams nicht abwenden.
1970 nahm Manglitz mit der deutschen Nationalmannschaft an der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko teil. Das Team erreichte nach einem dramatischen Halbfinale, das als „Jahrhundertspiel“ bekannt ist, den dritten Platz, nachdem es gegen Italien mit 3:4 nach Verlängerung verloren hatte. Manglitz war in dieser Zeit der Ersatztorwart hinter Sepp Maier.
Seine Profikarriere beendete Manglitz 1971, nachdem er in den Bundesliga-Skandal verwickelt war. Der Torwart, der wegen seines scharfen Mundwerks auch als „Cassius“ bekannt war, wurde vom DFB lebenslang gesperrt, nachdem er der Bestechlichkeit überführt wurde.
Nach seiner Begnadigung im Jahr 1974 spielte er noch fünfmal in der 2. Bundesliga für den FSV Gebäudereiniger Köln und den 1. FC Mülheim, bevor er seine Karriere beim SC West Köln 1980 endgültig beendete. Seit 1975 betrieb er ein Restaurant in Spanien, wo er bis zu seinem Tod am Montag, den 13. Juli, lebte.
Der Bundesliga-Skandal von 1970/71, bei dem die Vereine Rot-Weiß Oberhausen und Arminia Bielefeld Spieler gegnerischer Clubs bestachen, führte dazu, dass diese ihren Klassenerhalt sicherten. Der Präsident des absteigenden Kickers Offenbach deckte den Skandal mit Hilfe von Tonaufnahmen auf, was zu langen Sperren für mehrere Bundesligaspieler führte.