Marcell Jansen und Maik Franz diskutieren die Probleme des DFB in der WM-WG
In der 29. Folge von „Die WM-WG“ waren die ehemaligen Nationalspieler Marcell Jansen und Maik Franz zu Gast. Sie sprachen über die Entlassung von Julian Nagelsmann sowie die strukturellen Probleme des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
München – In der neuesten Ausgabe der „WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA) äußerten sich Jansen und Franz zu den turbulenten Ereignissen nach dem deutschen WM-Aus. Die Diskussion umfasste unter anderem die Zukunft von Rudi Völler, das Profil des Bundestrainers und die dringend benötigten Reformen im deutschen Jugendfußball.
Jansen kritisierte die Defizite in der heutigen Jugendarbeit: „Im modernen Jugendfußball wird viel zu viel Wert auf reine Technik gelegt. Wir müssen im Training dringend zu den traditionellen deutschen Tugenden zurückkehren und vor allem mehr körperliche Robustheit einfordern. Es kann nicht sein, dass sich die jungen Spieler heutzutage bei jedem härteren Zweikampf sofort beschweren.“
Franz bezeichnete Jürgen Klopp als idealen Bundestrainer: „Wir brauchen wieder diese Aggressivität und Kompaktheit auf dem Platz, um den Anschluss an die absolute Weltspitze zu finden. Jürgen Klopp ist für mich genau der richtige Mann, um diese Mentalität zurück in die Nationalmannschaft zu bringen und ein Team in kurzer Zeit emotional mitzureißen.“
Die Rückkehr zu den deutschen Tugenden sei entscheidend: „Was uns einmal stark gemacht hat, sind diese alten deutschen Tugenden. Deutschland war nie die Mannschaft, die sich mit Zauberfußball durch die Turniere gespielt hat. Wir waren immer der Gegner, der dem anderen die Lust genommen hat, und in den letzten Jahren war es genau umgekehrt.“
Bezüglich des Ballermann-Auftritts von Angelo Stiller nach dem WM-Aus äußerte Franz: „Natürlich haben die Jungs auch ein Privatleben und müssen nach so einem bitteren Turnier den Kopf freibekommen. Aber der Zeitpunkt für solche Feierlichkeiten direkt nach dem Ausscheiden war extrem unglücklich gewählt. Das gibt in der Öffentlichkeit kein gutes Bild ab.“
Die Trainerdebatte und das Profil von Jürgen Klopp wurden ebenfalls thematisiert. „Wir befinden uns in einer Situation, in der wir eher im Mittelfeld sind. Um wieder zur Spitze zu gelangen, benötigt es einen bestimmten Fußballstil: Kompaktheit und Aggressivität. Jürgen Klopp könnte das Profil mitbringen, das wir brauchen“, sagte Franz.
Zur Kritik an Rudi Völler und der Schuld am WM-Aus stellte Jansen fest: „Es ist zu einfach, nur auf Julian Nagelsmann zu zeigen. Es gibt immer auch einen Trainer, der begleitet und geführt werden muss. Man muss die letzten zwei Jahre betrachten, in denen vieles nicht so gelaufen ist, wie es sollte.“
Zum Verbleib von Rudi Völler beim DFB sagte Jansen: „Er hat viel für den deutschen Fußball getan und kennt die Abläufe. Es ist wichtig, über die schwerwiegendsten Themen nachzudenken und gegebenenfalls Veränderungen einzuleiten.“
Jansen sprach auch über seine eigene Rolle beim DFB: „Ich bin sehr aktiv in meiner Firma und nutze diese Zeit sowohl privat als auch beruflich. Es gibt interessante Möglichkeiten, ehemalige Spieler in die Vereins- und Verbandsarbeit einzubinden.“
Abschließend betonte Jansen die Notwendigkeit struktureller Änderungen im DFB-Nachwuchs: „Wir müssen die Intensität im deutschen Jugendfußball erhöhen. Zu viele Jugendtrainer sind nur auf Ergebnisse aus, anstatt die Ausbildung der Spieler in den Vordergrund zu stellen. Eine Veränderung ist notwendig und sollte konsequent weiterverfolgt werden.“
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