Mio Backhaus verabschiedet sich emotional vom SV Werder Bremen

Mio Backhaus verabschiedet sich emotional vom SV Werder Bremen

Bremen – Emotionale Szenen begleiteten den Abschied von Mio Backhaus, einem Spieler, der beim SV Werder Bremen über die Jahre mehr als nur ein Eigengewächs wurde. Am Dienstagnachmittag veröffentlichte der Verein ein Video, in dem der 22-jährige deutsche U21-Nationaltorwart seinen Spind in der Werder-Kabine leert. Nach acht Jahren an der Weser nahm sich Backhaus die Zeit, um sich ausführlich von den Fans und Wegbegleitern über die Vereinsmedien zu verabschieden und betonte die enge Verbindung, die er zu Bremen aufgebaut hat.

Der Torwart wechselt für rund 15 Millionen Euro zum SC Freiburg und wollte seinen Abschied nicht einfach mit einem kurzen Video aus dem Urlaub abhandeln, das er bereits in der vergangenen Woche auf sozialen Netzwerken geteilt hatte. „Nach acht Jahren, die ich hier war, ist es nicht mein Stil“, erklärte Backhaus. Es war ihm wichtig, persönlich vorbeizukommen, um sich mit dem Weserstadion im Hintergrund von allen zu verabschieden, anstatt dies vor „einer weißen Wand“ zu tun.

Mit 14 Jahren kam Backhaus aus Nordrhein-Westfalen ins Leistungszentrum des SV Werder Bremen und entwickelte sich dort Schritt für Schritt zu einem Bundesliga-Torwart. Besonders die Jahre im Nachwuchsleistungszentrum prägten ihn. „Ich hatte ja gar nichts mit dem Norden zu tun“, blickt der Keeper zurück. Dennoch fühlte er sich in Bremen „sehr schnell wohl und zu Hause“. Dies sei vor allem den Menschen im Verein zu verdanken, die ihn unterstützten. Noch heute pflegt er engen Kontakt zu vielen ehemaligen Mitspielern, insbesondere zu Keke Topp, mit dem ihn eine enge Freundschaft verbindet.

Für Backhaus ist Werder Bremen zu einer zweiten Familie geworden. „Ich habe hier ohne meine Eltern gelebt. Das hat Werder ein Stück weit ersetzt“, erklärt der gebürtige Mönchengladbacher emotional. Der Torwart, der zeitweise auch mit seiner Familie in Tokio lebte, verbrachte einen entscheidenden Teil seiner Jugend in Bremen – inklusive Abitur, Corona-Zeit und dem Schritt in den Profifußball. Besonders die täglichen Begegnungen mit Trainern, Mitspielern und Mitarbeitern aus dem Leistungszentrum wird er vermissen. „Wenn ich mir überlege, dass es wegfällt, mit ihnen zu quatschen, dann ist das schon ein wenig traurig.“ Gleichzeitig stellte Backhaus klar, dass Bremen auch in Zukunft eine wichtige Rolle in seinem Leben spielen wird: „Ich werde hier noch oft genug aufkreuzen, dass der Kontakt nicht abbricht.“

Zum Abschluss richtete der Torwart besondere Worte an seinen Nachfolger Karl Hein. Der estnische Nationalspieler wurde nach dem Ende seiner Leihe vom FC Arsenal für rund drei Millionen Euro fest verpflichtet und soll künftig die neue Nummer eins bei Werder Bremen werden. Backhaus appellierte an die Fans, Hein dieselbe Unterstützung zukommen zu lassen, die er in seiner ersten Saison als Stammtorwart erfahren hatte. „Unterstützt ihn genauso, wie ihr mich unterstützt habt“, sagte der 22-Jährige. Gleichzeitig warnte er davor, die Erwartungen zu hoch anzusetzen: „Er wird überragende Spiele machen. Aber es wird nicht immer alles bergauf gehen. Deshalb unterstützt ihn, egal in welcher Lage.“ Hein sei „ein super Typ“ und „ein richtig guter Torwart“.

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