Nagelsmann überrascht mit Aufstellung gegen Paraguay
Julian Nagelsmann hat überraschend auf Jamal Musiala verzichtet, als die deutsche Nationalmannschaft am Montagabend gegen Paraguay um den Einzug ins Achtelfinale der WM 2026 kämpfte. Ein Sieg ist für das DFB-Team zwingend erforderlich.
Bei der offiziellen Bekanntgabe der Aufstellungen sorgte Nagelsmann für Aufsehen, indem er den bisherigen Edeljoker Deniz Undav vor dem dribbelstarken Bayern-Spieler Jamal Musiala in die Startelf berief.
In einem Interview mit ZDF vor dem Anpfiff erläuterte der Bundestrainer seine Entscheidung ausführlich. „Deniz spielt sicherlich etwas höher, was auch gefordert ist“, erklärte Nagelsmann den taktischen Ansatz. „Wir wollen mehr Präsenz im gegnerischen Sechzehner zeigen und zusätzlich mehr Personal für Gegenpressing-Momente in der vordersten Linie haben. Deshalb haben wir uns für diese Variante entschieden.“
Der Entschluss sei bereits „in der Mitte der Woche“ gefallen, verriet Nagelsmann, „da wir zwischen den Spielen nicht viel Zeit hatten“. Er habe sowohl mit Musiala als auch mit Undav über die Entscheidung gesprochen. „Deniz ist immer gut gelaunt und hat stets Lust zu spielen“, beschrieb Nagelsmann die Reaktion des Stuttgart-Stürmers auf seinen ersten Startelf-Einsatz bei der WM.
„Jamal habe ich ebenfalls informiert. Er hat es sehr gut aufgenommen und war froh, gegen Ecuador 90 Minuten spielen zu können, um körperlich noch einmal zuzulegen“, sagte Nagelsmann. „Für ihn ist es auch eine große Chance: Wenn das Spiel aufgemacht wird, hat er mehr Raum und muss sich nicht über 60 bis 70 Minuten gegen die körperlich starken Spieler duellieren, die wir auch heute gegen Paraguay erwarten.“
„Es ist immer eine Chance, wenn man nicht beginnt“, fügte Nagelsmann hinzu. Ob die Änderung in der Formation auch im möglichen Achtelfinale beibehalten wird, ließ der Bundestrainer offen. In Bezug auf einen weiteren Personalwechsel – die Rückkehr des zuvor leicht angeschlagenen Nathaniel Browns in die Startelf – versicherte Nagelsmann, dass der Neuzugang des FC Bayern „bei 100 Prozent“ sei.
Die Möglichkeit, dass Joshua Kimmich von der Rechtsverteidigung auf die Sechs rücken könnte, sei „für dieses Spiel jetzt“ keine Überlegung gewesen, sagte Nagelsmann, ließ jedoch Raum für einen möglichen Wechsel im nächsten Spiel. Um dies zu erreichen, muss Deutschland jedoch zunächst gegen eine körperlich starke und disziplinierte Mannschaft gewinnen, wie Nagelsmann erwartet.