Niclas Füllkrug: Vom Shootingstar zur WM-Absage

Niclas Füllkrug: Vom Shootingstar zur WM-Absage

Niclas Füllkrug war eine der wenigen positiven Erscheinungen der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, doch für die WM 2026 wird er nicht mehr als Option betrachtet. Warum ist das so?

In der Hinrunde der Bundesligasaison 2022/23 entwickelte sich Füllkrug zum Shootingstar beim Aufsteiger Werder Bremen. Mit zehn Toren in 13 Spielen war er die offensive Lebensversicherung des Teams und Teil der selbsternannten „hässlichen Vögel“ zusammen mit seinem Sturmpartner Marvin Duksch. Bundestrainer Hansi Flick ließ sich lange bitten, doch am 16. November 2022 gab der Hannoveraner sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gegen den Oman.

Bei der WM erzielte Füllkrug den Ausgleich zum 1:1 gegen Spanien und war auch beim 4:2-Sieg über Costa Rica unter den Torschützen. Letztlich war das jedoch zu wenig und führte zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft. Dennoch wurde Füllkrug aufgrund seiner Körperlichkeit und Kopfballstärke zu einem Stammspieler, der ein oft vermisstes Element in die deutsche Elf einbrachte.

Seine Nominierung für die Heim-EM 2024 war ein logischer Schritt. Zwischenzeitlich war er zu Borussia Dortmund gewechselt und hatte dort mit zwölf Toren und acht Vorlagen überzeugt. In der Nationalelf blieb ihm jedoch oft nur die Jokerrolle. In allen fünf EM-Spielen wurde er eingewechselt und erzielte dabei zwei Tore.

Nach der EM kam Füllkrug nur noch in drei Länderspielen zum Einsatz, da ihn erneut Verletzungen plagen. Nach seinem Wechsel zu West Ham United, der den englischen Erstligisten 27 Millionen Euro kostete, spielte er nur dreimal in der Liga, bevor ihn eine Achillessehnenreizung für fast drei Monate außer Gefecht setzte. Kaum wieder fit, folgte eine Oberschenkelverletzung, die ihn erneut für über zwei Monate pausieren ließ. In der gesamten Saison 2024/25 stand er nur 788 Minuten auf dem Platz.

Nach einer weiteren verletzungsgeplagten Hinrunde 2025/26 mit nur acht Kurzeinsätzen wechselte der Mittelstürmer im Januar 2026 zur AC Mailand. Obwohl er dort körperlich fit war, passte es sportlich nicht, und er stand in der gesamten Rückrunde nur dreimal in der Startelf. Dabei erzielte er lediglich einen Treffer – zu wenig für einen Spieler seiner Klasse.

Angesichts dieser Zahlen ist es nicht überraschend, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann gegen eine Nominierung für die Fußball-WM 2026 entschieden hat. Besonders da die Konkurrenz auf seiner Position groß ist. Zudem haben Deniz Undav und Nick Woltemade, die beide in ihrer Jugend für Werder Bremen spielten und Füllkrug bei seinen Toren im Weserstadion zujubelten, ihm den Rang abgelaufen.

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