Ole Werner äußert sich zu Mentalität und Vorbereitung auf Heidenheim
Leipzig – Nach der 0:6-Niederlage gegen den FC Bayern München am vergangenen Freitag sah sich RB Leipzig heftiger Kritik ausgesetzt, sowohl hinsichtlich der Leistung als auch der Einstellung. In solchen Situationen wird oft schnell das Wort „Mentalität“ in den Raum geworfen. Vor dem zweiten Spieltag gegen den 1. FC Heidenheim hatte Trainer Ole Werner jedoch eine klare Antwort und äußerte, was ihn optimistisch stimmt, dass seine Mannschaft eine Reaktion zeigen wird.
Kapitän David Raum hatte nach dem Spiel in einem Interview auf die Frage, ob die Niederlage an der Mentalität gelegen habe, deutlich geantwortet: „Am Ende gewinnt man Zweikämpfe über Mentalität, über Willen – also wenn man es so sehen will, ja.“ Ole Werner betrachtete das kontroverse Thema mit etwas Abstand differenzierter: „Ich weiß, dass solche Aussagen schnell getroffen werden, wenn ein Ergebnis so zustande kommt und viele Dinge nicht passen. Jeder, der einmal Fußball gespielt hat, kennt das Gefühl: Wenn ein Spiel gegen dich läuft und nichts zusammenläuft, hat man oft den Eindruck, dass jeder ein bisschen für sich selbst spielt. Für uns ist es wichtig, als Mannschaft eine Struktur auf und neben dem Platz zu entwickeln, die uns Sicherheit in Situationen gibt, in denen Dinge nicht funktionieren. So wissen wir, dass wir uns auf bestimmte Parameter verlassen können, die uns Stabilität geben, selbst wenn in Details nicht alles passt.“
Aktuell gibt es im Team noch viel Bewegung, auch in Bezug auf Transfers, weshalb es Zeit braucht, um die angesprochene Struktur und Stabilität zu erreichen. „Das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber ich glaube nicht, dass es ein grundsätzliches Mentalitätsthema in der Mannschaft ist. Jeder möchte besser spielen als in München, aber wir müssen als Gruppe auch in Stresssituationen eine gewisse Stabilität entwickeln. Das ist sicherlich der entscheidende Entwicklungsschritt für uns“, so der Trainer.
Das Team hat das Spiel umfassend analysiert, sowohl in Gruppen- als auch in Einzelgesprächen. Seit Dienstag befindet sich die Mannschaft wieder im Training, um die erste Partie abzuhaken und sich auf das nächste Spiel vorzubereiten. Werner bemerkte insbesondere die Intensität in der Zweikampfführung und im Laufverhalten. „Es war allen anzumerken, dass sie sich für das nächste Spiel etwas vorgenommen haben und Wiedergutmachung wollen – was immer schwierig ist, da man ein Spiel nicht zurückbekommt. Aber das Feuer, das wir diese Woche im Training hatten, stimmt mich positiv, dass wir das auch am Samstag auf den Platz bringen werden.“
Im Abschlusstraining am Freitag wird neben der Intensität auch der Fokus auf Standardsituationen liegen, da diese gegen Heidenheim spielentscheidend sein können.