Oliver Glasner verlässt Crystal Palace nach Conference-League-Sieg

Oliver Glasner verlässt Crystal Palace nach Conference-League-Sieg

Oliver Glasners Abschied von Crystal Palace wirft nach dem Triumph in der Europa Conference League Fragen auf: Hat sich der ehemalige Eintracht-Coach verzockt?

London – Mit dem Gewinn der Europa Conference League hat Oliver Glasner in London endgültig Heldenstatus erreicht. Durch das Tor des ehemaligen Bundesliga-Stürmers Jean-Philippe Mateta gewann Crystal Palace das Finale gegen Rayo Vallecano mit 1:0 und sicherte sich damit den dritten Titel in Glasners Amtszeit. Zum Vergleich: Bevor der Österreicher im Februar 2024 das Traineramt übernahm, war der Klub ohne Trophäen.

Unter Glasner gewann Crystal Palace zunächst den FA Cup, gefolgt vom englischen Superpokal und schließlich der Conference League – ein besseres Ende hätte es kaum geben können. Dies wirft die Frage auf, ob ein Abschied wirklich notwendig war oder ob Glasner nicht besser hätte bleiben sollen. Fest steht, dass Palace ihn gerne gehalten hätte, doch Glasner lehnte ab, um eine neue Herausforderung zu suchen.

Bereits im Oktober 2025 informierte er den Verein darüber, dass er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wolle. Sein Plan war und ist es vermutlich, in seiner Karriere weiter aufzusteigen, doch die Situation auf dem Trainermarkt hat sich seit seiner Ankündigung im Januar grundlegend verändert. Ein logischer nächster Schritt ist derzeit nicht erkennbar.

Glasner hatte damals gehofft, dass im Sommer Trainerpositionen bei Manchester United oder den Tottenham Hotspur frei werden würden. Die Red Devils hatten sich von Ruben Amorim getrennt und setzten interimistisch auf Michael Carrick. Bei den Spurs war Thomas Frank stark gefährdet, weshalb man davon ausgehen konnte, dass er spätestens im Sommer gehen würde.

Inzwischen wurde Carrick jedoch zum Cheftrainer von Manchester United befördert und Tottenham hat mit Roberto de Zerbi eine langfristige Lösung gefunden. Auch bei anderen englischen Top-Klubs wie Aston Villa, Arsenal, Liverpool oder Chelsea gibt es derzeit keinen Platz für Glasner. Der einzige vakante Posten ist aktuell bei Manchester City, wo jedoch Berichten zufolge bereits Enzo Maresca als Nachfolger von Pep Guardiola feststeht.

Außerhalb der Premier League gibt es ebenfalls keinen Verein, der als ideale Lösung erscheint. In Deutschland wäre Bayer Leverkusen der einzige interessante Klub, doch ob das wirklich ein klarer Schritt nach vorn wäre, ist fraglich. Bei Crystal Palace wird Glasner verehrt und wäre in der kommenden Saison ebenso wie Leverkusen in der Europa League vertreten. Hat Glasner sich also mit seinem Abschied von Palace verzockt?

Die endgültige Antwort auf diese Frage wird wohl erst nach seinem nächsten Karriereschritt möglich sein. Eilig hat Glasner es jedoch nicht. In einem Interview mit dem Kicker erklärte er kürzlich: „Ich lasse alles auf mich zukommen und werde nur dann eine Herausforderung annehmen, wenn ich der Überzeugung bin, dass es das Richtige für den Verein und für mich ist.“ Es bleibt also spannend, wo der ehemalige Eintracht-Coach demnächst als Trainer tätig sein wird.

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