Partnerschaft zwischen Eishockey-Löwen Frankfurt und Eintracht Frankfurt

Partnerschaft zwischen Eishockey-Löwen Frankfurt und Eintracht Frankfurt

Die Eishockey-Löwen Frankfurt haben eine Partnerschaft mit der Eintracht Frankfurt Fußball AG geschlossen. Gleichzeitig verlässt Mitgründer Andreas Stracke nach 16 Jahren den Klub.

Andreas Stracke hat seinen Rücktritt selbst initiiert. Er war maßgeblich an der Anbahnung der Kooperation mit der Eintracht Frankfurt Fußball AG beteiligt und äußerte sich am späten Mittwochnachmittag über Social Media zu seinem Abschied. „Es ist der richtige Zeitpunkt, mich neuen Aufgaben zu widmen“, erklärte er und begründete dies mit der bevorstehenden Herausforderung im fünften DEL-Jahr und der Gewissheit, eine erfolgreiche Lizenzierung abgegeben zu haben. Zudem betonte er die Bedeutung starker wirtschaftlicher Partner für die optimale Weiterentwicklung des Klubs.

Für Stracke endet nach 16 Jahren ein bedeutendes Kapitel im Frankfurter Eishockey, während für die Löwen ein neues Kapitel beginnt. Dies geschieht im Hinblick auf die geplante Multifunktionshalle mit über 12.000 Zuschauerplätzen, die in der Nähe des Waldstadions entstehen soll und frühestens 2030 betriebsbereit sein wird. Im Rahmen der Kooperation übernimmt die Eintracht drei zentrale Geschäftsbereiche und erwirbt zehn Prozent der Löwen-Anteile.

„Diese Partnerschaft wird uns einen gewaltigen Entwicklungsschub verleihen“, sagt Stefan Krämer, geschäftsführender Gesellschafter der Löwen. „Die Eintracht Frankfurt Fußball AG bringt in den Bereichen Vermarktung, Merchandising und Digitalisierung eine Schlagkraft mit, die uns neue Dimensionen eröffnet.“ Dies könnte auch die Sponsorensuche erleichtern, da viele Geldgeber lieber mit großen Fußballvereinen zusammenarbeiten. Die Löwen und die Bundesliga-Basketballer der Frankfurt Skyliners stehen vor ähnlichen Herausforderungen und benötigen dringend die neue Halle, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Eintracht ist sich ihrer Verantwortung gegenüber den benachbarten, hochklassigen Klubs bewusst. Die Verantwortlichen wissen, dass andere Sportarten oft im Schatten des erfolgreichen Eintracht-Fußballs stehen und mit zahlreichen Herausforderungen kämpfen müssen, die über die sportliche Wettbewerbsfähigkeit hinausgehen.

Die Eintracht plant, den Vereinen wie den Löwen und möglicherweise auch den Skyliners als Partner zur Seite zu stehen, indem sie infrastrukturelle und strategische Unterstützung bietet. Dies umfasst vor allem geschäftliche Themen, die der große Fußballverein mit seiner Erfahrung und Ressourcen anders angeht.

In den letzten Jahren hat die Eintracht ein bemerkenswertes Wachstum erlebt. Der Klub erwirtschaftet jährlich fast 400 Millionen Euro, hat rund 160.000 Mitglieder und beschäftigt über 700 Mitarbeiter. Allein in der Vertriebseinheit sind mehr Menschen tätig als in den gesamten Geschäftsstellen der Löwen und Skyliners zusammen. Die Eintracht, als Aushängeschild der Region, betreibt das Waldstadion eigenständig und plant dessen Ausbau auf 80.000 Zuschauer.

Von diesem Wachstum sollen auch andere profitieren. Die Eintracht kann den Partnervereinen Sponsorenpakete anbieten und Synergien schaffen, die beiden Seiten zugutekommen. Zudem wird sie als Betreiber der für Konzerte und andere Veranstaltungen, insbesondere für Eishockey und Basketball gedachten Multifunktionshalle fungieren. Das ist nur logisch, denn als Betreiber hat man ein eigenes Interesse am Erfolg der dort ansässigen Teams.

„Unsere Erfahrung und Kompetenz in der Vermarktung sowie in der Professionalisierung und Digitalisierung des Klubmanagements sollen dazu beitragen, den Eishockeystandort Frankfurt weiter zu stärken“, erklärt Vorstandssprecher Axel Hellmann im Hinblick auf den Deal mit den Löwen. Die Eintracht möchte die Löwen aktiv unterstützen, plant jedoch nicht, sie einzugliedern. Die zehn Prozent der Löwen-Anteile sind vielmehr ein Zeichen des Engagements und der Verpflichtung zur Zusammenarbeit und stehen weit entfernt von einer Machtübernahme.

Die Initiative zur Zusammenarbeit kam von den Eishockey-Verantwortlichen, die beim Streben nach Fortschritt in der DEL nicht nur in ihrer traditionellen Eissporthalle an Grenzen stoßen, sondern auch mit den Mitteln ihrer Organisation. Strategische Veränderungen begannen bereits vor zwei Jahren mit dem Einstieg der Prange Beteiligungen AG. Zukünftig dürften 50 Prozent der Löwen-Anteile bei diesem Unternehmen liegen, während 40 Prozent bei Stefan Krämer verbleiben, dessen langjähriger Weggefährte nun ausscheidet.

„Es ist mir als Gründer wichtig, dass die gesamte Initiative eine gute Perspektive hat“, sagt Andreas Stracke, der 2010 nach der Insolvenz der Vorgänger der Lions zusammen mit Krämer die neuen Löwen ins Leben rief und sich seither um das Frankfurter Eishockey verdient gemacht hat. „Ich trage die Löwen weiterhin im Herzen, jedoch in einer anderen Rolle.“

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