Eintracht Frankfurt wird Minderheitsgesellschafter der Löwen Frankfurt

Eintracht Frankfurt wird Minderheitsgesellschafter der Löwen Frankfurt

Der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt wird Minderheitsgesellschafter des DEL-Klubs Löwen Frankfurt. Mit dieser Entscheidung zieht sich Mitgründer Andreas Stracke nach 16 Jahren aus seiner aktiven Rolle zurück.

In naher Zukunft werden die Spielstätten beider Vereine in unmittelbarer Nähe zueinander liegen, doch die Partnerschaft beginnt bereits jetzt. In vier bis fünf Jahren soll die Multifunktionshalle neben dem Waldstadion eröffnet werden, die sowohl den Basketballern der Frankfurt Skyliners als auch den Eishockey-Löwen eine neue Heimat bieten wird. Die Weichen dafür sind bereits gestellt. Am späten Mittwochnachmittag wurde eine überraschende Mitteilung veröffentlicht, die erhebliche Auswirkungen auf die Beziehungen im Frankfurter Sport und den Standort des Profisports haben könnte: Die Löwen und Eintracht Frankfurt gehen eine „weitreichende und langfristige Kooperation“ ein.

„Die Zusammenarbeit mit Eintracht Frankfurt ist für uns ein wichtiger Schritt, um die Löwen Frankfurt nachhaltig zukunftsfähig aufzustellen“, erklärte Stefan Krämer, geschäftsführender Gesellschafter der Löwen. „Wir profitieren von der Expertise eines führenden Klubs im deutschen Profisport und können gleichzeitig unsere eigene Identität als Frankfurter Eishockeyorganisation weiter schärfen und ausbauen.“

Die Partnerschaft geht auch mit einem Einschnitt einher: Andreas Stracke, der 2010 gemeinsam mit Krämer nach der Insolvenz des Vorgängervereins die neuen Löwen ins Leben rief, zieht sich auf eigenen Wunsch zurück. Nach 16 Jahren als Gesellschafter und Gesamtverantwortlicher für Sponsoring, Marketing und Kommunikation wird er die Geschäfte übergeben. Unter seiner und Krämer's Führung stiegen die Frankfurter 2022 in die DEL auf und starten im September in ihr fünftes Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse.

„Wenn man 16 Jahre die Geschicke für einen solchen Klub mitbestimmt hat, fragt man sich am Ende nicht, ob es das wert war – man weiß es einfach. Aber nun ist es Zeit für mich, ein neues Kapitel aufzuschlagen“, betonte Stracke. „Er hat den Klub maßgeblich mitgeprägt. Dass er sich nun anderweitig orientieren und mal durchatmen möchte, ist ein persönlicher Schritt, den ich sehr bedaure, aber auch absolut nachvollziehen kann“, ergänzte Krämer. Die Eintracht Frankfurt Fußball AG wird als Minderheitsgesellschafter zehn Prozent der Löwen-Anteile übernehmen und zentrale Aufgaben in den Bereichen Vermarktung, Merchandising und Digitalisierung übernehmen.

Darunter fällt auch die Fortsetzung der Suche nach einem Hauptsponsor, da die Löwen seit Jahren ohne Hauptsponsor antreten. Mit der neuen Spielstätte verbinden sich Hoffnungen auf eine stärkere Strahlkraft auch in diesen Fragen. Die Kooperation mit Eintracht Frankfurt ist ein Schritt in Richtung der notwendigen Professionalisierung des Klubs. Insbesondere die digitale Expertise des Fußball-Bundesligisten wird hierbei von Bedeutung sein. Die Löwen beauftragen Strackwork – eine Tochtergesellschaft der Eintracht – mit der fortlaufenden Modernisierung ihrer digitalen Infrastruktur und Datenerfassung. Das Ticketing bleibt vorerst in den Händen der Löwen.

„Mit dieser Kooperation bündeln wir Kompetenzen im Frankfurter Profisport und schaffen neue Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung der Löwen Frankfurt“, erklärte Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann. Löwen-Chef Krämer fügte hinzu: „Ich hätte mir für die Löwen Frankfurt keinen besseren Partner vorstellen können als Eintracht Frankfurt. Für den Sport in der Stadt und in der Region ist dieses Zusammenrücken ein Meilenstein.“

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