Philipp Lahm fördert ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit
Eine neue Studie bestätigt, was Philipp Lahm vorlebt: Ehrenamtliches Engagement macht Freude. Der Weltmeister hebt die Bedeutung seiner Arbeit in der Jugendarbeit hervor.
München - Mit Trainingsjacke und Kappe, konzentriert auf das Spielfeld, wirkt Philipp Lahm wie jeder andere Trainer am Rand. Er ist nicht der Typ, der lautstark Anweisungen gibt, sondern versteht das Spiel in seiner Tiefe. Als Champions-League-Sieger und Weltmeister hat er im Münchner Jugendfußball eine einzigartige Perspektive, doch das stört ihn nicht, wenn er mit seinem Team der FT Gern um Punkte und Turniersiege kämpft.
Der 42-Jährige engagiert sich als Co-Trainer, um den Jugendlichen, die bald Teenager sind, das Wissen und die Werte weiterzugeben, die er selbst im Verein erfahren hat. „Sportvereine sind auch Bildungsorte“, betont er. Um eine bunte und starke Gesellschaft zu fördern, sei es wichtig, dass sich Menschen füreinander einsetzen. Lahm gehört zu den rund 29 Millionen Deutschen, die ehrenamtlich tätig sind, und möchte, dass noch mehr Menschen sich engagieren. In einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärt er: „Alle sind gefragt. Wir müssen die Kräfte bündeln, um den Stellenwert von ehrenamtlichem Engagement zu steigern und engagierten Menschen Anerkennung zu geben.“
Seine Worte sind nicht nur glaubwürdig, sondern auch gut durchdacht. Während seiner Zeit als Turnierdirektor der EURO 2024 initiierte er die Plattform „Treffpunkt Verein“. Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft Projekte zu entwickeln, die Vereine in ganz Deutschland unterstützen und ehrenamtliches Engagement sichtbar machen. Eine Umfrage von Treffpunkt Verein im Rahmen der Hochschulkontaktmesse (HOKO) hat nun erste Einblicke gegeben. Als Schirmherr wollte Lahm von den 838 befragten Personen im Alter von 16 bis 30 Jahren wissen: Wer engagiert sich ehrenamtlich? Und was sind die Beweggründe dafür?
Die exklusiven Ergebnisse zeigen, dass fast die Hälfte der Befragten aus München und Umgebung ein Ehrenamt ausübt, wobei zwei Drittel dieser Gruppe in einem Verein aktiv sind. Die häufigsten Gründe sind Freude an der Tätigkeit, soziale Aspekte und die Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Lahm möchte jedoch besonders die ansprechen, die bisher nicht engagiert sind.
Er betont: „Wir müssen junge Leute besser ansprechen und ihnen Informationen über Ehrenämter bereitstellen.“ Viele würden sich nicht engagieren, weil sie zu wenig über die Möglichkeiten wissen oder noch kein passendes Ehrenamt gefunden haben. Auch Arbeitgeber sind gefordert, das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter zu schätzen und aktiv zu fördern. Die Bereitschaft ist vorhanden: 82 Prozent der Nicht-Engagierten können sich vorstellen, in Zukunft ein Ehrenamt zu übernehmen.
Wenn man Lahm zuhört, einem Kind einer echten Ehrenamt-Familie, möchte man sofort aktiv werden: „Im Umgang mit Jugendlichen lernt man viel – über sich selbst, über die Menschen in dieser Stadt und über den Wert von Sportvereinen.“ Sein Blick reicht über den Fußballplatz hinaus. Er zeigt Respekt vor der Arbeit von Kriseninterventionsteams und ist auch an der Freiwilligen Feuerwehr interessiert, wo er bald ein Projekt umsetzen möchte – als Mensch, nicht als Fußballstar.