Polanski bleibt optimistisch trotz Verletzungssorgen bei Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach sieht sich in der Offensive erneut mit einem Mangel an Optionen konfrontiert. Trainer Eugen Polanski zeigt sich jedoch überraschend unbeeindruckt von der Situation.
Mönchengladbach – Pünktlich um elf Uhr betraten Trainer Eugen Polanski und Sportchef Rouven Schröder den Presseraum und nahmen auf dem Podium Platz. Die Pressekonferenz von Borussia Mönchengladbach vor dem Spiel gegen Mainz 05 ließ jedoch noch einige Minuten auf sich warten, da eine Kamera nicht bereit war, was für Heiterkeit unter den Protagonisten sorgte.
Polanski und Schröder haben ein Talent für humorvolle Bemerkungen, und das neue starke Duo des Traditionsvereins strahlt eine bemerkenswerte Gelassenheit aus. Nachdem der Kameramann das Signal zum Start der Pressekonferenz gegeben hatte, zeigte sich jedoch eine ernstere Seite von Eugen, dem Unerschütterlichen, der vor den anwesenden Journalisten Platz nahm.
Die Neuigkeiten, die der Gladbach-Trainer zu verkünden hatte, waren alles andere als erfreulich. Robin Hack und Florian Neuhaus fielen bereits im DFB-Pokalspiel gegen den FC St. Pauli aus und werden auch gegen Mainz fehlen. Zudem gesellen sich Tim Kleindienst und Franck Honorat ins Lazarett. Bei Kleindienst machte sich unter der Woche eine Reaktion im Knie bemerkbar, während Honorat mit Wadenproblemen zu kämpfen hat.
Nachdem Polanski in den letzten Spielen die Qual der Wahl im Angriff hatte, muss er nun mit deutlich weniger Personal auskommen. Ironischerweise ist der Ausfall von Kleindienst am wenigsten schmerzhaft, da Haris Tabaković bereits neun Tore erzielt hat. Doch wer wird den pfeilschnellen Honorat ersetzen? Und wer kann Neuhaus, der mit seiner Ruhe und Klarheit am Ball eine wichtige Stütze ist, adäquat vertreten?
Eine der Stärken des emotionalen Trainers Eugen Polanski ist seine Fähigkeit, öffentlich emotionslos auf derartige Ausfälle zu reagieren. Nach dem Pokal-Aus gegen St. Pauli urteilten einige Fans, dass der Ex-Profi mit seiner Aufstellung ein Risiko eingegangen sei. Während Polanski zu einigen Änderungen gezwungen war, unternahm er andere freiwillig, um sein Vertrauen in den Kader zu demonstrieren.
Auch nach dem Schlusspfiff stellte sich Polanski schützend vor seine Spieler. Giovanni Reyna fehlt es an Spielpraxis, der in die Kritik geratene Kevin Stöger zeigt jedoch gute Leistungen im Training – und Rocco Reitz saß auf der Bank, weil auch andere Spieler im Training oder nach Einwechslungen auf sich aufmerksam machen.
Neben Hack, Neuhaus, Kleindienst und Honorat fallen auch Nathan Ngoumou (Achillessehnenriss), Philipp Sander (Muskelfaserriss), Fabio Chiarodia (Muskelbündelriss) und Jonas Omlin (Adduktorenbeschwerden) aus. Zählt man U23-Stürmer Jan Urbich hinzu, der aufgrund von Pfeiffer-Drüsenfieber fehlt, stehen insgesamt acht von 26 Feldspielern nicht zur Verfügung.
Die verletzten und erkrankten Spieler ärgern sich am meisten über ihre Ausfallzeit, und auch Polanski ist mit dieser Situation alles andere als zufrieden. Dennoch bleibt dem Trainer nichts anderes übrig, als sich vor den verbleibenden Mannschaftsteilen zu stellen und die Lage nüchtern zu akzeptieren. Schließlich geht die Bundesliga weiter, und niemand erhält Punkte geschenkt, nur weil wichtige Spieler fehlen.
In dieser Hinsicht vermittelt der 39-Jährige den Eindruck, als hätte die Personalsituation keinen großen Einfluss auf ihn. Unerschütterlich, fokussiert und engagiert wirkt Polanski. Gewinnen kann man schließlich immer – und seine Hoffnung ist es, an der Seitenlinie in Mainz wieder jubeln zu können, weil drei weitere Punkte eingefahren werden.