Verletzungspech belastet Borussia Mönchengladbach

Verletzungspech belastet Borussia Mönchengladbach

Eugen Polanski ist bestrebt, das Beste aus Borussia Mönchengladbach herauszuholen, sieht sich jedoch mit einer Herausforderung konfrontiert, auf die er keinen Einfluss hat.

Nach der 1:3-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg bestätigte Rouven Schröder, Sportchef von Borussia Mönchengladbach, eine Erkenntnis, die während des Spiels deutlich wurde: Ohne eine hundertprozentige Leistung wird es in der Bundesliga schwierig.

Das Spiel gegen die Wölfe hat gezeigt, dass 90 oder 95 Prozent auf dem Platz nicht mehr ausreichen. In den letzten Jahren hat sich Gladbach zu einer Mannschaft entwickelt, die im engen Tabellenmittelfeld an ihre Grenzen gehen muss. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, benötigt Trainer Eugen Polanski jedoch Zugriff auf alle Spieler.

Seit seinem Amtsantritt im September kämpft Polanski mit einem erheblichen Handicap. Verletzungen haben die Mannschaft schwer getroffen; auf eine positive Nachricht folgt oft eine weitere Hiobsbotschaft. Die Probleme in der Hinrunde dieser Saison sind offensichtlich. Nathan Ngoumou hat seit seinem Achillessehnenriss im April kein Spiel bestritten, und Tim Kleindienst kam nach seiner Knieverletzung im Mai nur auf zwei Bundesliga-Minuten.

Fabio Chiarodia hat fünf Spiele (281 Minuten) absolviert, fehlt aber seitdem aufgrund eines Muskelbündelrisses. Robin Hack kam nach einem Meniskusriss und anschließenden muskulären Problemen auf 248 Minuten in vier Einsätzen. Franck Honorat steht bei neun Einsätzen (681 Minuten), wird jedoch regelmäßig ausgebremst. Auch Florian Neuhaus (540 Minuten in zwölf Spielen) muss derzeit pausieren.

Zusätzlich haben Wael Mohya und Giovanni Reyna einen schwierigen Saisonstart aufgrund von Verletzungen erlebt. Philipp Sander hat zuletzt drei Spiele verpasst, Jonas Omlin war in vier Partien abwesend. Jens Castrop war zwischenzeitlich für zwei Spiele gesperrt, und Joe Scally fehlte gegen Wolfsburg aufgrund von zu vielen gelben Karten. Marvin Friedrich war ebenfalls wegen Sprunggelenksproblemen nicht im Kader.

„Die Ausfälle sind einfach zu viel. Woran es liegt, ist zweitrangig“, äußerte Polanski auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Wolfsburg und beklagte die lange Verletztenliste. Am vergangenen Wochenende fehlten acht Spieler; mit U23-Stürmer Jan Urbich (Pfeiffer-Drüsenfieber) waren es sogar neun Ausfälle.

Diese schwierige Personalsituation hat dazu geführt, dass Gladbach in dieser Bundesliga-Saison bereits 25 Spieler eingesetzt hat. Nur vier Akteure haben mehr als 1000 Bundesliga-Minuten auf dem Konto: Nico Elvedi, Moritz Nicolas (beide 1260 Minuten), Rocco Reitz (1189 Minuten) und Kevin Diks (1153 Minuten). Zum Vergleich: Der FC St. Pauli hat mit 20 Spielern die wenigsten Akteure eingesetzt, von denen mehrere über 1000 Minuten gespielt haben.

Als Trainer ist es Polanskis Aufgabe, für jedes Problem eine Lösung zu finden. Sein Ansatz besteht darin, den verfügbaren Spielern konsequent Rückhalt zu geben: „Wir haben uns nie beschwert. Wir haben trotzdem auf die Tafel geschaut und immer daran geglaubt, eine bundesligataugliche Mannschaft zu haben.“

Das Vertrauen gilt auch den Talenten Fritz Fleck, Charles Herrmann, Niklas Swider und Mohya, die den Kader gegen Wolfsburg aufgefüllt haben. „Unter anderem hat Wael bewiesen, dass es bereits einen gewissen Schwung gibt“, sagte Polanski. In der Sommervorbereitung hatte bereits der ehemalige Sportchef Roland Virkus betont, dass Platz im Kader geschaffen wurde, um den Talenten eine Chance zu geben.

Der Nachwuchs wird auch Auswirkungen auf das Winter-Transferfenster haben, wie Schröder am Samstag betonte: „Wir haben gesagt, dass wir versuchen werden, die Jungs in diese Positionen reinzubekommen. Bei Wael haben wir gesehen, dass der Trainer ihm die Chance gibt. Wir hatten noch ein paar andere auf der Bank, die darauf brennen. Das muss Borussias Weg sein.“

Dennoch bleibt die Frage zu klären, warum Gladbach in diesem Kalenderjahr, insbesondere in der Hinrunde dieser Saison, so stark unter Verletzungen leidet. Die Ausfälle von Kleindienst, Hack, Honorat und Neuhaus sind äußerst schwer zu kompensieren, was sich auch darin zeigt, dass Gladbach in den letzten drei Spielen lediglich von zwei Eigentoren des Gegners profitieren konnte.

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