Schwieriger Saisonstart für Borussia Mönchengladbach unter Eugen Polanski
Die Borussia Mönchengladbach hat die neue Saison mit einer riskanten Entscheidung begonnen. Nach den ersten Spieltagen zeichnet sich bereits ein mögliches Scheitern ab.
Mönchengladbach – Eugen Polanski hatte einen alles andere als einfachen Start als Trainer von Borussia Mönchengladbach. Er steht vor einer anspruchsvollen Herausforderung, da auf das Unentschieden gegen Bayer Leverkusen (1:1) die Spiele gegen Eintracht Frankfurt und den SC Freiburg folgen. Zudem erschwert Verletzungspech in der Offensive die Aufstellung einer schlagkräftigen Mannschaft.
Kaum hatte Polanski das Traineramt von Gerardo Seoane übernommen, wurde bekannt, dass Robin Hack aufgrund einer Innenmeniskusverletzung im Knie wochenlang ausfallen wird. Hack strebt ein Comeback im Derby gegen den 1. FC Köln an, jedoch war diese Ankündigung wenig vielversprechend, da der Flügelspieler laut Roland Virkus nicht einmal wusste, wann das Duell mit den Geißböcken stattfinden wird.
Zusätzlich hat sich auch der letzte verbliebene Flügelspieler, Franck Honorat, verletzt. Vor dem Trainingsauftakt in der vergangenen Woche musste er das Performance-Center frühzeitig verlassen und verschwand in den Katakomben des Borussia-Parks. Hüftprobleme machen Honorat zu schaffen, der in der vergangenen Saison bereits 14 Bundesliga-Spiele verpasst hatte und am Mittwoch individuell trainierte.
Ob Honorat gegen Eintracht Frankfurt zurückkehren kann, bleibt abzuwarten. Auch die Einsätze von Giovanni Reyna und Shuto Machino sind ungewiss. Reyna wird von Oberschenkelproblemen geplagt. „Wir wollten nichts riskieren und hoffen, dass er in den nächsten Tagen zur Verfügung steht“, zitiert die Rheinische Post Polanski.
Machino fehlte aufgrund anhaltender Wadenprobleme aus Gründen der Belastungssteuerung und könnte somit für das Wochenende in Betracht kommen. Im schlimmsten Fall stünde nur Haris Tabaković für die Spitze zur Verfügung, während Kevin Stöger die Position hinter den Spitzen einnehmen könnte. Auf den Außenbahnen wären Charles Herrmann und Grant-Leon Ranos mögliche Optionen.
Polanski wird daher gegen Eintracht Frankfurt voraussichtlich erneut auf die 3-4-2-1-Formation setzen, die Gladbach in Leverkusen zu einem Punktgewinn verhalf. Schließlich hat Jens Castrop bei seinem Startelf-Debüt gezeigt, dass er mit Tempo und Tiefgang eine echte Option für die Doppelzehn sein kann.
Der im Sommer ausgerufene Mut zur Jugend, wie Herrmanns Einwechslung in Leverkusen demonstrierte, könnte sich als notwendige Tugend erweisen. Polanski deutete an, dass U23-Stürmer Jan Urbich die Lücke im Sturm füllen könnte. Der 21-Jährige erzielte in neun Regionalligaspielen elf Tore und hatte bereits unter Seoane mit den Profis trainiert.
„Ich würde ihm zutrauen, in der Bundesliga zu spielen, weil er sich keinen Kopf macht, ob er vor 50.000 oder 500 Zuschauern spielt. Manchmal ist diese Unbekümmertheit von Vorteil“, sagte Polanski über Urbich. Dennoch befindet sich Borussia in einer angespannten Lage – die große Sorge, offensiv Schwierigkeiten zu haben, könnte früh in der Saison zur bitteren Realität werden.