Probleme mit dem Rasen bei der WM in den USA
Bei der bevorstehenden WM, die am Donnerstag beginnt, gibt es bereits ein heiß diskutiertes Thema: die Qualität des Rasens in den US-Stadien. Viele der Spielorte wurden ursprünglich für American Football konzipiert, und der Naturrasen wurde erst nachträglich verlegt. Dies hat zur Folge, dass der Ball langsamer rollt, was die Spiele träger und schwerfälliger macht.
RTL-Experte Lothar Matthäus führt dies unter anderem auf das deutsche Spiel gegen die USA am Samstag zurück, das teilweise sehr behäbig wirkte. Moderator Florian König berichtete nach der Partie: „Leroy Sané war gerade hier am Tisch, hat dir ‚Hallo‘ gesagt und hat gesagt: ‚Boah, der Rasen ist aber stumpf! Das ist richtig anstrengend.‘“
Matthäus sieht hierin keine Überraschung. „Absolut, der Ball ist langsamer, kommt langsamer an. Er rollt nicht so geschmeidig über den Rasen“, erklärte der Rekordnationalspieler. Besonders überrascht zeigte er sich über die Bewässerung des Platzes: „Dieses Sprengen des Rasens vor dem Spiel – mit dem Gartenschlauch! Das haben meine Eltern vor 50, 60 Jahren gemacht.“ Die Infrastruktur sei nicht darauf ausgelegt, den Platz vor dem Anpfiff gleichmäßig zu bewässern.
Zusätzlich kommen die klimatischen Bedingungen ins Spiel. Durch die hohen Temperaturen trocknet der Untergrund schnell aus. „Dadurch ist er stumpf. Das Spiel wird langsamer, die Passagen verlaufen langsamer“, erläuterte Matthäus. Seine Schlussfolgerung lautet, dass das DFB-Team sich während des Turniers auf sehr unterschiedliche Platzbedingungen einstellen müsse.
Matthäus ist mit seiner Einschätzung nicht allein. Auch Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel äußerte kürzlich Bedenken hinsichtlich der Platzqualität in den USA. Die ungewohnten Untergründe seien teilweise deutlich härter als gewohnt, was das Verletzungsrisiko erhöhen könnte.
Tuchel begründete die geplante Rotation seiner Spieler unter anderem mit der hohen Belastung und den schwierigen Platzbedingungen. Auch Stürmer Harry Kane zeigte sich wenig begeistert und klagte nach dem 1:0-Sieg gegen Neuseeland in Tampa: „Der Platz war nicht gut. Es war schwierig, so zu spielen, wie wir es wollten.“ Fans und Spieler können sich also auf weitere Diskussionen über die Platzqualität in den kommenden Wochen einstellen.