RB Leipzig: Herausforderungen und Entwicklungsschritte
RB Leipzig zeigt derzeit eine beeindruckende kollektive Defensivleistung, doch diese hat ihre Grenzen. Ole Werner erläutert, wie der nächste Entwicklungsschritt aussehen sollte.
Leipzig – Am Samstag (15:30 Uhr) trifft RB Leipzig auswärts auf den FC Augsburg, einen unangenehmen und äußerst aggressiven Gegner. In den letzten Spielen hatte die Mannschaft von Ole Werner insbesondere in der zweiten Halbzeit Schwierigkeiten, Druckphasen des Gegners souverän zu meistern. Der Chefcoach erklärte, was nicht nur gegen Augsburg, sondern auch langfristig verbessert werden muss.
Gegen das Team von Sandro Wagner ist es entscheidend, in den Eins-gegen-Eins-Duellen präsent zu sein und auch unter Druck mit dem Ball besser zu agieren. Die Spieler müssen das Spielfeld öffnen, Räume finden und diese effektiv nutzen. Im vergangenen Spiel gegen den HSV, das 2:1 endete, gelang dies noch nicht optimal. Dennoch sicherten Kampfgeist und die kollektive Verteidigung, die derzeit als Geheimwaffe der Leipziger gilt, erneut die drei Punkte. Allerdings sind die Phasen, in denen diese Teamarbeit besonders gefordert ist, nach wie vor zu lang. Werner sieht die Ursachen nicht in personellen Problemen oder in einem Mangel an Konzentration oder Kraft, denn seiner Meinung nach haben alle Spieler das Potenzial, in der Bundesliga auf Topniveau zu spielen. Einige junge Akteure müssen sich zwar noch an das hohe Tempo über 90 Minuten gewöhnen, doch das sei nicht entscheidend.
Stattdessen handelt es sich um inhaltliche Themen, an denen seine Mannschaft arbeiten muss. Der 37-Jährige erklärte: „Ich glaube, es hat eher damit zu tun, dass der Gegner das Risiko erhöht und – wenn er zurückliegt – noch mehr Personal nach vorn bringt und früher Bälle ins Angriffsdrittel spielt. Hier geht es um inhaltliche Themen: sich aus einem Gegenpressing zu befreien, den Ball zu bewegen, tiefe Angebote zu haben und die richtigen Entscheidungen zu treffen: Kann ich jetzt in Richtung Tor gehen, um das Spiel zu entscheiden, oder bringe ich den Ball nach vorn und versuche, mich dort über Ballbesitz wieder festzusetzen?“
Druckphasen des Gegners und eigene Phasen ohne Ballbesitz sind in jedem Spiel präsent, doch der Schlüssel liegt darin, in passiven Momenten – meist während Führungsphasen – dominanter aufzutreten. Nur so kann man schneller wieder die Ballkontrolle übernehmen oder durch Umschaltmomente und gute Entscheidungen Spiele entscheiden – im Falle von RB Leipzig auch schneller den Sack zumachen. „Das sind Entwicklungsschritte, die notwendig sind, um unsere Ziele zu erreichen“, fasste er zusammen. Seine Mannschaft habe jedoch ein gutes Gespür für die aktuelle Situation und das Entwicklungsstadium, in dem sie sich befinde. Allen sei bewusst, dass sie noch nicht am Ende ihres Weges sind – „und dennoch gibt es Phasen, in denen wir schon sehr nah an dem dran sind, was wir uns vorstellen.“