Real Madrid fordert Schadenersatz von der UEFA nach Gerichtsurteil
Ein Madrider Gericht hat Real Madrid im Rechtsstreit gegen die UEFA gestärkt, was den spanischen Club dazu veranlasst, Schadenersatz zu fordern.
Madrid – Der Streit um die Super League nimmt eine neue Wendung. Real Madrid verlangt Schadenersatz von der UEFA, nachdem das Madrider Gericht die Berufung des europäischen Fußballverbands zurückgewiesen hat. Der spanische Rekordmeister sieht sich im Recht, da das Gericht die marktbeherrschende Stellung der UEFA als missbräuchlich eingestuft hat.
„Dieses Urteil ebnet den Weg für erhebliche Schadenersatzforderungen zur Kompensation der dem Verein entstandenen Schäden“, erklärte Real Madrid. Obwohl der Verein keine genaue Summe für die Schadensersatzforderungen genannt hat, berichten Medien von Beträgen in Millionenhöhe.
Die Super League wurde 2021 als Konkurrenz zur UEFA Champions League ins Leben gerufen, scheiterte jedoch schnell. Unter massivem Druck von Fans, Sponsoren und der Politik zogen sich viele der ursprünglich zwölf beteiligten Topclubs zurück. Nur Real Madrid und der FC Barcelona halten weiterhin an der Idee fest. Damals hatte die UEFA mit harten Sanktionen gedroht, darunter der Ausschluss aus UEFA-Wettbewerben und internationale Spielsperren für die Spieler der beteiligten Vereine.
Im Dezember 2023 entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass die Drohungen der UEFA gegen EU-Recht verstoßen. Diese Entscheidung wurde nun von dem Madrider Gericht bestätigt, das die Berufung der UEFA zurückwies. Der Vorwurf lautete, die UEFA habe ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht, um die Einführung der Super League zu verhindern.
Die UEFA hat das Urteil zur Kenntnis genommen und angekündigt, es sorgfältig zu prüfen, bevor über weitere Schritte entschieden wird. Die aktuellen Zulassungsregeln der UEFA, die 2022 verabschiedet und 2024 aktualisiert wurden, bleiben unterdessen in Kraft. Diese Regeln sollen die europäischen Wettbewerbe nach objektiven und transparenten Kriterien gewährleisten.
Trotz des juristischen Erfolgs bleibt die Zukunft der Super League ungewiss. Die Initiative wird weiterhin von der Marketingagentur A22 vorangetrieben, die Pläne für einen Wettbewerb unter dem Namen „Unify League“ eingereicht hat. Allerdings erscheint die Umsetzung fraglich, da der Widerstand von Ligen, Fans und politischen Akteuren nach wie vor groß ist.
Aktuell stehen Real Madrid und der FC Barcelona als die einzigen prominenten Unterstützer der Super League da. Ob die juristischen Entwicklungen letztlich zu einer Wiederbelebung des Projekts führen werden, bleibt abzuwarten. Der Ausgang dieses Rechtsstreits könnte jedoch weitreichende Konsequenzen für die Struktur des europäischen Fußballs und der nationalen Ligen haben.