Real Madrid und die Super League: Gerichtsurteil stärkt die Position des Vereins
Real Madrid bleibt als letzter von ursprünglich zwölf Gründungsvereinen der Super League dem Projekt treu. Dies könnte sich finanziell positiv auswirken.
In dieser Woche wies das Landgericht Madrid 21 Klagen der UEFA, La Liga und des spanischen Fußballverbands ab und bestätigte damit eine frühere Entscheidung des Handelsgerichts aus Mai 2024. Damals entschieden die Richter, dass die UEFA und FIFA wettbewerbswidrig handelten und ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchten, indem sie die Gründung einer neuen Liga blockierten.
Die Super League war am 18. April 2021 ins Leben gerufen worden, jedoch löste sich das Projekt nur drei Tage später auf, als sich der Großteil der Teilnehmer zurückzog. Real Madrid und der FC Barcelona blieben jedoch der Super League treu, die als Ersatz für die Champions League vorgesehen war. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte bereits im Dezember 2023 die rechtmäßige Existenz der Liga bestätigt und festgestellt, dass die UEFA-Vorschriften zur Zulassung neuer Klubwettbewerbe gegen EU-Recht verstoßen.
In einer Stellungnahme auf den Vereinskanälen äußerte sich der 15-fache Champions-League-Sieger positiv zur jüngsten gerichtlichen Entscheidung: „Real Madrid begrüßt die Entscheidung des Landgerichts Madrid, die Berufungen der UEFA, des spanischen Fußballverbands RFEF und der La Liga zurückzuweisen. Dies bestätigt, dass die UEFA in Bezug auf die Super League schwerwiegend gegen die EU-Wettbewerbsregeln verstoßen und ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht hat.“
Die Verantwortlichen des Vereins schlussfolgerten: „Dieses Urteil ebnet dem Verein den Weg, erhebliche Schadensersatzansprüche geltend zu machen.“ Zuvor hatte es bereits Gespräche mit der UEFA zur „Suche nach Lösungen“ gegeben, die jedoch erfolglos blieben. Auch der Vermarkter A22, der die Verantwortung für die in Unify League umbenannte Super League trägt, äußerte sich ähnlich. „Ausführliche Gespräche“ mit hochrangigen UEFA-Vertretern führten zu keinem Kompromiss.
Daher wird A22 ebenfalls Schadensersatz fordern: „Da die UEFA weiterhin verbindliche Gerichtsurteile ignoriert, bleibt A22 keine andere Wahl, als ein Verfahren einzuleiten, um eine Entschädigung für den erlittenen Schaden zu erhalten.“ Die UEFA reagierte gelassen und erklärte: „Die UEFA wird das Urteil sorgfältig prüfen, bevor sie über weitere Schritte entscheidet, und wird sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter äußern.“ Sie hat die Möglichkeit, Berufung vor dem spanischen Obersten Gerichtshof einzulegen.
Die UEFA wird voraussichtlich alle Rechtsmittel ausschöpfen. Sie betonte: „Dieses Urteil bestätigt weder das 2021 angekündigte, inzwischen aufgegebene Projekt einer Super League, noch untergräbt es die aktuellen Zulassungsregeln der UEFA, die 2022 verabschiedet und 2024 aktualisiert wurden und weiterhin uneingeschränkt in Kraft bleiben.“ Erst nach erfolgreichem Abschluss könnten Real Madrid und A22 Schadensersatzansprüche geltend machen.