Rocco Reitz übernimmt Verantwortung bei Borussia Mönchengladbach
Rocco Reitz hat den Wunsch geäußert, bei Borussia Mönchengladbach Verantwortung zu übernehmen. Allerdings könnte die Rolle des Kapitäns schwerer wiegen als erwartet.
Mönchengladbach – Nach seinen beeindruckenden Leistungen bei der U21-Europameisterschaft wurden Gerüchte über einen möglichen Wechsel von Rocco Reitz laut. Der junge Spieler stellte jedoch klar, dass er keinen Grund sieht, Borussia Mönchengladbach zu verlassen, und zeigte seine Bereitschaft, Verantwortung zu tragen.
Reitz ließ sich nicht von Druck beeinflussen. Der 23-Jährige zeigte während des Trainingslagers am Tegernsee den Willen, in eine Führungsrolle zu wachsen. Die Vorstellung, einer der Anführer seines Herzensvereins zu sein, motivierte den Mittelfeldspieler. Für sein Engagement wurde er mit der Ehre belohnt, die Fohlen-Statue während der Jubiläumsfeier im Beisein mehrerer Legenden zu enthüllen.
Zusätzlich ernannte der frühere Trainer Gerardo Seoane Reitz zum Vizekapitän, nachdem Tim Kleindienst aufgrund einer Knieverletzung seit Mai ausfällt. Seit Saisonbeginn trägt Reitz somit die Kapitänsbinde. Bis zur Rückkehr von Kleindienst hat Reitz eine Führungsposition eingenommen, doch es scheint, als würde ihn das Kapitänsamt eher belasten als beflügeln.
Auf dem Spielfeld wirkt Reitz gehemmt. Ist die Verantwortung doch schwerer als angenommen? Borussia Mönchengladbach hat mit zwei Punkten aus fünf Spielen und einem Torverhältnis von 5:12 den letzten Platz in der Tabelle belegt. Der Trainer wurde entlassen, der neue Trainer muss sich erst beweisen, und Sport-Geschäftsführer Roland Virkus hat seinen Rücktritt erklärt, während ein Nachfolger dringend gesucht wird.
Für Reitz, der Selbstbewusstsein ausstrahlen und ein Leader sein möchte, stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar. Anscheinend ist es auch eine Belastung. Obwohl Polanski beim 4:6 gegen Eintracht Frankfurt nahezu jeden Spieler hätte auswechseln können, da Gladbach zur Halbzeit mit 0:6 zurücklag, war Reitz der Spieler, der nach 61 Minuten ausgewechselt wurde, was als erstes Zeichen gedeutet werden kann.
Der 23-Jährige ist stark im Zweikampf, erobert mit gutem Timing viele Bälle im vorderen Drittel und kann mit dem Ball am Fuß viel bewirken. Gegen Eintracht Frankfurt wirkte er jedoch wie ein Schatten seiner selbst. Es ist eine Reifeprüfung und eine lehrreiche Zeit, von der er langfristig profitieren kann. Kurzfristig kann jedoch nur eine Trendwende oder ein Comeback von Kleindienst Reitz helfen, zu alter Stärke zurückzufinden.