Rocco Reitz: Vizekapitän von Borussia Mönchengladbach übernimmt Führungsrolle
Rocco Reitz, der Vizekapitän von Borussia Mönchengladbach, entwickelt sich zunehmend zu einer Führungspersönlichkeit innerhalb der Mannschaft. Die Erwartungen an seine Mitspieler sind hoch.
Nach dem erfolgreichen Abschneiden bei der U21-Europameisterschaft ist Reitz bereit, den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen. In dieser Hinsicht hat er bereits einen bedeutenden Fortschritt erzielt: Der Mittelfeldspieler hat die Position des Vizekapitäns bei Borussia Mönchengladbach übernommen und vertritt derzeit den verletzten Kapitän Tim Kleindienst.
Für Reitz, der eine starke Identifikation mit Borussia Mönchengladbach zeigt, ist die Beförderung in der Hierarchie eine große Ehre und bringt gleichzeitig eine erhebliche Verantwortung mit sich. In einem Interview mit Sport Bild betont er, dass er diese Verantwortung keineswegs scheut.
„Fußball zu spielen, macht wahnsinnig viel Spaß und ist ein großes Privileg“, erklärt der 23-Jährige. „Es ist jedoch auch ein Job, in dem man Verantwortung gegenüber jedem einzelnen Fan, jedem Vereinsmitarbeiter und natürlich jedem Mannschaftskollegen hat.“ Er hebt hervor, dass für ihn Engagement in jeder Trainingseinheit, jedem Spiel und in der Kabine von größter Bedeutung ist.
In den vergangenen Jahren wurde oft die Frage aufgeworfen, wie Borussia Mönchengladbach wieder zu mehr Erfolgen kommen kann. Besonders herausfordernd war die Saison 2023/24, in der die Mannschaft nur sieben Spiele in der Bundesliga gewinnen konnte. „Erfolg ist aus meiner Sicht auch eine Frage der Hingabe und des Durchhaltens“, sagt Reitz. „In dieser Hinsicht sind wir in der Mannschaft schon sehr weit, dennoch möchte ich das Bewusstsein dafür immer wieder schärfen.“
Reitz betont, dass Engagement auf dem Trainingsplatz sowie Respekt gegenüber seinen Mitspielern und Kritikfähigkeit unverhandelbar sind. „Es gehört dazu, konstruktive Kritik klar und ehrlich zu äußern, aber auch anzunehmen, um daraus zu lernen und sich weiterzuentwickeln“, erklärt er und fügt hinzu: „Das sind drei wichtige Grundbausteine, bei denen wir im Mannschaftsrat darauf achten, dass niemand ausschert.“
Wer sich nicht für den Erfolg aufopfert und im Dienst der Mannschaft steht, wird von Reitz mit Problemen konfrontiert. In der Vergangenheit fehlten Borussia solche Charaktere, und die Leblosigkeit auf dem Platz in der Saison 2022/23 unter Daniel Farke war erschreckend. Seit zwei Jahren widmet sich Gerardo Seoane diesem Thema, und der Trend zeigt in die richtige Richtung.
Reitz ist jedoch nicht nur ein harter Kämpfer, wie sein Umgang mit der Causa Florian Neuhaus zeigt. „Wir sind alle Menschen und machen Fehler, ich habe das auch in meinem Leben erlebt. Wenn man dafür geradesteht und sich entschuldigt, ist das für mich in Ordnung“, sagt der Vizekapitän zur Mallorca-Affäre, die Borussia im Juli beschäftigt hat. „Wir sollten nie vergessen, dass wir alle keine Maschinen sind. Jeder kann mal eine Phase haben, in der es nicht läuft. Mir ist wichtig, dass man offen und ehrlich ist und sich immer reinhängt.“