Roland Virkus tritt als Sport-Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach zurück

Roland Virkus tritt als Sport-Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach zurück

Roland Virkus hat als Sport-Geschäftsführer von Borussia Mönchengladbach zurückgetreten. Der 58-Jährige sah keine Alternativen mehr zu diesem Schritt.

Mönchengladbach – Die Nachricht kam zwar nicht überraschend, hat jedoch große Wellen geschlagen. Borussia Mönchengladbach gab am Dienstag den sofortigen Rücktritt von Roland Virkus bekannt. Seit Februar 2022 hatte der ehemalige Nachwuchskoordinator die Geschicke des Vereins als Sport-Geschäftsführer geleitet. Das 4:6 gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag war sein letztes Spiel in dieser Funktion.

Am Vormittag war Virkus, der seinen Vertrag im Januar verlängert hatte, beim Trainingsauftakt nicht anwesend. Dies kann im Nachhinein als erstes Indiz gewertet werden, da er normalerweise ein regelmäßiger Beobachter ist. Stattdessen waren nur Präsident Rainer Bonhof und Vizepräsidentin Hannelore Kraft am Rande des Geschehens zu sehen.

In der Pressemitteilung betont Borussia, dass Virkus dem Präsidium und Aufsichtsrat seinen Rücktritt vorgeschlagen hat. „Ich habe immer gesagt, dass der Verein über allem steht, und mich deshalb zu diesem Schritt entschieden“, wird der nun ehemalige Sportchef zitiert. Es handelt sich um einen würdevollen Abgang, da Virkus dem Verein zuvor kommt – beide Seiten hatten für einen echten Neuanfang keine andere Wahl.

Zu viel war geschehen, um seine Amtszeit nahtlos fortzusetzen. Gerardo Seoane war nach Adi Hütter und Daniel Farke der dritte Trainer, der an Gladbach scheiterte, obwohl der Schweizer zahlreiche Chancen erhielt und sogar in die neue Saison starten durfte. Virkus setzte anschließend seine Hoffnung in Eugen Polanski, ohne jedoch einen konkreten Plan für die Trainerfrage zu benennen.

Bei der Kaderplanung war Virkus nicht der alleinige Entscheidungsträger, da Borussia vorsichtig mit den Finanzen umgeht. Die Investitionen in Tomáš Čvančara, Nathan Ngoumou, Jonas Omlin, Julian Weigl und Oscar Fraulo haben sich jedoch nicht ausgezahlt, ebenso wenig die teure Vertragsverlängerung mit Florian Neuhaus im Sommer 2023.

Im Mittelfeld hat Gladbach ein Überangebot, während die Offensive gut besetzt ist, sofern niemand verletzt ist. Allerdings mangelt es auf den Flügeln an Breite. In der Abwehr gibt es ebenfalls mehrere Baustellen: Neben Luca Netz und Lukas Ullrich wäre ein erfahrener Linksverteidiger, ein weiterer Innenverteidiger und ein Rechtsverteidiger notwendig.

Die Grundlage für ein Fußballspiel, so betonte es Virkus stets, ist die Defensive. In seiner Amtszeit fielen jedoch 61 Gegentore in der Saison 2021/22, 55 in 2022/23, 67 in 2023/24 und 57 in 2024/25. Nach fünf Spielen in der laufenden Saison hat Gladbach bereits zwölf Gegentore kassiert.

Insgesamt sind Virkus die Transfers von Robin Hack, Franck Honorat und Tim Kleindienst hoch anzurechnen. Zudem gelang Rocco Reitz der Durchbruch bei den Profis, Moritz Nicolas entwickelte sich zum Stammtorhüter und Lukas Ullrich etablierte sich als Stammspieler auf der linken Abwehrseite. Das erklärte Ziel, in die obere Tabellenhälfte zurückzukehren, hat Borussia unter Virkus jedoch verpasst.

Seit 2022 befindet sich Gladbach stets in der unteren Tabellenhälfte, den Tiefpunkt bildete der 14. Platz in der Saison 2023/24. Nach der Niederlage gegen Frankfurt droht nun erstmals das Abstiegsgespenst, denn Borussia steht mit Rang 18 alles andere als gut da. In der bevorstehenden Länderspielpause können wichtige Entscheidungen getroffen werden – allerdings ohne Virkus, dem die Argumente ausgegangen sind.

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