Rudi Völler bleibt bis 2028 Sportdirektor des DFB
Rudi Völler wird bis 2028 Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bleiben. In Bezug auf seine Nachfolge oder mögliche andere Positionen im Verband bringt er die Weltmeister von 2014 ins Gespräch.
Frankfurt – Nachdem zuletzt Spekulationen aufkamen, ob neben Julian Nagelsmann auch Rudi Völler zurücktreten könnte, herrscht seit Dienstag, dem 7. Juli, Klarheit. Der 66-Jährige bestätigte in einer kleinen Runde mit ausgewählten Medienvertretern, darunter Absolut Fussball, dass er seinen bis 2028 laufenden Vertrag erfüllen wird. Eine Anstellung über das Vertragsende nach der EM 2028 hinaus ist derzeit jedoch nicht vorgesehen.
„Ich mache gerne im Übergang weiter, aber das ist endlich“, betonte Völler. Gleichzeitig blickte der Sportdirektor bereits auf seine mögliche Nachfolge oder andere Positionen innerhalb der DFB-Führung und sieht in dieser Hinsicht die Weltmeister von 2014 in der Verantwortung. „Die Generation ist in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Und die kann das“, so Völler.
Konkrete Namen nennt der gebürtige Hanauer unter anderem Per Mertesacker, Mats Hummels, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger. „Die kann ich mir alle wunderbar vorstellen beim DFB. Habe ich noch jemanden vergessen?“, fragte Völler, und nannte auch Sami Khedira und Philipp Lahm. Er schätzt, dass alle fähig sind, „noch mit mir oder nach mir“ im Verband aktiv zu werden.
Besonders Mertesacker, der über acht Jahre als Leiter der Nachwuchsabteilung beim FC Arsenal gearbeitet hat und somit erste Erfahrungen auf Funktionärsebene sammeln konnte, gilt als ein heißer Anwärter auf einen DFB-Posten. Der 41-Jährige hat sich bereits ins Spiel gebracht: „Irgendwie mal beim DFB zu arbeiten, dem deutschen Fußball, dem ich auch so viel zu verdanken habe, mal was zurückzugeben, wenn das gewünscht ist – dafür stehe ich natürlich zur Verfügung.“
Auch Schweinsteiger hat auf eine mögliche DFB-Anstellung reagiert. Nachdem der Weltmeister zunächst scherzte und betonte, dass er als TV-Experte bei der ARD „den schönsten Job der Welt“ habe, fügte er hinzu: „Natürlich würde ich mich nicht vor Verantwortung drücken, so bin ich grundsätzlich nicht.“ Alle von Völler genannten Kandidaten haben eine große Karriere beim DFB hingelegt, doch ob sie das Zeug zum Funktionär haben, bleibt abzuwarten.
Fest steht, dass sich nach dem blamablen WM-Aus nicht nur auf der Trainerposition etwas ändern muss. Zu diesem Schluss ist man auch innerhalb des Verbandes gekommen. Bevor jedoch konkret über einzelne Positionen nachgedacht wird, gilt es, Jürgen Klopp als Nachfolger von Julian Nagelsmann zu gewinnen. Beide Seiten streben eine Zusammenarbeit an, müssen jedoch noch über die Details verhandeln.