Sebastian Kehl verlässt Borussia Dortmund und könnte zum Hamburger SV wechseln
Nach 24 Jahren als Spieler und Funktionär endet für Sebastian Kehl die Ära beim BVB. Ein neues Engagement innerhalb der Bundesliga könnte bereits bevorstehen.
Dortmund – Bei Borussia Dortmund beginnt eine neue Ära. Nach über 24 Jahren im Verein wird Sebastian Kehl nicht länger Teil des Schwarz-Gelben Teams sein. Am Sonntag, kurz nach dem knappen 3:2-Heimsieg des BVB gegen den Hamburger SV, gab der Verein überraschend die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Sportdirektor bekannt. Der 46-Jährige steht bereits in Gesprächen mit einem Bundesliga-Konkurrenten.
Kehl wechselte 2002 vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund und hinterließ schnell seine Spuren in den Geschichtsbüchern des Vereins. Als Kapitän führte er Schwarz-Gelb zu zwei deutschen Meisterschaften, dem historischen Double im Jahr 2012 und ins Champions-League-Finale ein Jahr später. Nach seinem Karriereende im Jahr 2015 stieg der ehemalige Mittelfeldspieler als Leiter des Lizenzbereichs in die Führungsetage des BVB auf und übernahm zur Saison 2022/23 die Rolle des Sportdirektors.
In der laufenden Saison sah sich Kehl immer wieder aufgrund seiner Kaderplanung in der Kritik. Zudem verschlechterte sich das Verhältnis innerhalb der Führungsetage des BVB, insbesondere zu Geschäftsführer Lars Ricken, was beide Parteien dazu veranlasste, die Zusammenarbeit vor Saisonende zu beenden. "Borussia Dortmund hat mich mein halbes Leben begleitet, und ich habe eine tiefe Verbundenheit zu diesem großartigen Klub", verabschiedete sich Kehl emotional.
„Dennoch haben wir gemeinsam das Gefühl entwickelt, dass es an der Zeit ist, neue Wege zu gehen – sowohl für den BVB als auch für mich“, fügte die BVB-Ikone hinzu. Sein nächster Schritt könnte ihn direkt zum Gegner des vergangenen Wochenendes führen. Laut dem Hamburger Abendblatt zeigt der Hamburger SV Interesse an einer Verpflichtung des 46-Jährigen.
Die Hanseaten sind seit der Trennung von Stefan Kunz Anfang des Jahres auf der Suche nach einem neuen Sportvorstand. Bereits damals fiel der Name Kehl als möglicher Nachfolger. Eine Beraterfirma arbeitet derzeit an einer Shortlist von Kandidaten, die dem Aufsichtsrat bald präsentiert werden soll. Sebastian Kehl dürfte in dieser Auswahl nach seinem Aus beim BVB mit Sicherheit vertreten sein.
Die Unterstützung und das Vertrauen des HSV hätte Kehl auf jeden Fall. „Ich bin da nicht involviert, verfolge das aber natürlich von außen. Die Kommunikation über das benötigte Profil läuft, und ich finde, Sebastian Kehl passt da ganz gut drauf“, äußerte sich der ehemalige Sportvorstand des Hamburger SV, Jonas Boldt, zur Personalie Kehl. Ob Kehl in der nächsten Saison tatsächlich beim HSV die Geschicke leiten wird, bleibt abzuwarten, ist jedoch durchaus denkbar.