Serhou Guirassy: Zukunft beim BVB ungewiss nach starkem Auftritt

Serhou Guirassy: Zukunft beim BVB ungewiss nach starkem Auftritt

Der BVB setzt große Hoffnungen auf Serhou Guirassy, nachdem dieser beim 4:0-Sieg gegen den FC Villarreal in der Champions League einen Doppelpack erzielt hat. Mit seinen zwei Toren, einem Kopfball-Abstauber und einem Nachschuss nach einem schwach geschossenen Elfmeter, hat der guineische Stürmer nach schwierigen Wochen für die Dortmunder „Lebensversicherung“ wieder Selbstvertrauen tanken können.

Nach einem starken Saisonstart hatte Guirassy an Form verloren, unter anderem aufgrund von Beschwerden im Oberschenkel und an der Schulter. Bis zu seinem Comeback gegen Villarreal hatte er seit Mitte September nur zwei Tore erzielt. Es ist allgemein bekannt, dass die BVB-Offensive ohne Guirassy nicht optimal funktioniert, was auch für seine persönliche Zukunft von Bedeutung ist.

Obwohl Guirassy bis 2028 unter Vertrag steht, wird sein Name nicht weit oben auf der Prioritätenliste der Verantwortlichen um Geschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Sebastian Kehl geführt, da 13 andere Spieler beim BVB eine kürzere Vertragslaufzeit haben. Dennoch halten sich hartnäckig Spekulationen um seine Zukunft.

Die Bild-Zeitung berichtet, dass ein Verbleib über den Sommer hinaus als „sehr unwahrscheinlich“ gilt. Bei seinem Wechsel vom VfB Stuttgart konnte sich Guirassy eine seltene Ausstiegsklausel sichern, die nur von den absoluten Topklubs in Europa genutzt werden kann, darunter Real Madrid, Barcelona, Manchester United, Manchester City, Arsenal, Chelsea und Liverpool.

Die Ablösesumme soll mit jedem Vertragsjahr sinken, wobei für den Sommer 2026 50 Millionen Euro vorgesehen sind. Ob Guirassy für die Elite ein ernsthaftes Thema wird, bleibt abzuwarten, da er im kommenden März seinen 30. Geburtstag feiert. Zum Vergleich: In dieser Saison war der teuerste Spieler über 30 Jahre Heung-min Son, für den der Los Angeles FC 22 Millionen Euro an Tottenham Hotspur überwies.

Für Superstars wie Cristiano Ronaldo, Harry Kane und Neymar haben Klubs in der Vergangenheit auch nach dem 30. Geburtstag hohe Ablösesummen gezahlt, jedoch wird Guirassy trotz seiner Qualitäten nicht in diese Kategorie eingeordnet.

Ein wahrscheinlicheres Szenario, das bereits vor der laufenden Saison diskutiert wurde, ist ein Wechsel nach Saudi-Arabien. Dort investieren die Klubs stark, um eine international konkurrenzfähige Liga aufzubauen, und locken Stars mit hochdotierten Verträgen.

Al-Hilal aus Riad soll dem BVB bereits im Sommer 80 Millionen Euro für Guirassy geboten haben, mit dem Angebot, sein Gehalt auf bis zu 20 Millionen Euro jährlich zu verdoppeln. Es scheint jedoch, dass weder die Dortmunder Verantwortlichen noch der Stürmer selbst intensiv über dieses Thema nachgedacht haben, was eher aufgeschoben als aufgehoben wirkt.

Da die Ausstiegsklausel für Saudi-Arabien nicht gilt, wäre der Preis verhandelbar. Der BVB könnte es sich nicht leisten, einem 30-jährigen Spieler kategorisch abzusagen, wenn hohe Summen im Raum stehen. Guirassy wird vermutlich eher bereit sein, früher als später den letzten großen Vertrag seiner Karriere zu unterschreiben.

Der in Frankreich geborene Nationalspieler von Guinea gilt als Spätzünder, der mit seinem Wechsel nach Dortmund einen erheblichen Gehaltsanstieg erlebte. Für den Vater dreier Kinder geht es auch darum, seine Familie langfristig finanziell abzusichern. Guirassy hält sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus und gewährt nur selten persönliche Einblicke.

In der BVB-Kabine wird Guirassy für seine sportlichen Fähigkeiten geschätzt, die auch einen gewissen Führungsanspruch mit sich bringen. Nach dem Sieg gegen Villarreal sprach er überraschenderweise Deutsch, während er zuvor meist auf Englisch und Französisch kommunizierte.

Ob er am Ende der Saison wirklich „auf Wiedersehen“ sagt, bleibt abzuwarten. Der sportliche Verlust für Dortmund wäre erheblich, insbesondere da der Sommer-Neuzugang Fábio Silva bislang nicht als adäquater Nachfolger aufgetreten ist. Laut Boulevardberichten steht mit dem Shootingstar Fisnik Asllani von der TSG Hoffenheim ein potenzieller Ersatz auf dem Einkaufszettel des BVB.

Topics

Related news