Shuto Machino: Neuer Stürmer von Borussia Mönchengladbach
Shuto Machino hat sich als Wunschspieler für Borussia Mönchengladbach etabliert. Der japanische Neuzugang könnte den Spielstil aus der Favre-Ära zurückbringen.
Mönchengladbach – Die Fans von Borussia Mönchengladbach sind begeistert von Shuto Machino. Der japanische Stürmer war der Wunschtransfer vieler Anhänger, die seit seiner Ankunft am 26. Juli ungeduldig darauf warten, ihn im Mannschaftstraining zu sehen. Am Dienstag absolvierte er jedoch nur einige Läufe auf dem Rasen.
Machino ist der zweite Neuzugang für die Offensive, nachdem Haris Tabaković verpflichtet wurde. Tabaković wird als direkter Ersatz für Tim Kleindienst angesehen und überzeugt durch seine körperliche Präsenz im Strafraum. Machino hingegen soll künftig zusammen mit Kleindienst spielen und von ihm profitieren, insbesondere durch seine tiefen Läufe.
In der aktuellen Konstellation könnte der ehemalige Kieler dazu beitragen, dass der Geist von Lucien Favre bei Borussia Mönchengladbach wieder auflebt. Der frühere Erfolgstrainer (2011 bis 2015) setzte auf ein 4-4-1-1-System, das auch über seine Amtszeit hinaus Bestand hatte. Erst Dieter Hecking wagte in der Saison 2018/19 eine Abkehr von diesem bewährten System und stellte auf ein 4-3-3 um.
Im 4-4-1-1 haben mehrere Sturm-Duos Glanzstunden erlebt. Als Gladbach in der Saison 2011/12 überraschend den vierten Tabellenplatz erreichte, waren Marco Reus und Mike Hanke mit insgesamt 26 Toren die Garanten für den Erfolg. Zwischen 2013 und 2015 bildeten Raffael und Max Kruse ein kongeniales Duo, das in der Saison 2013/14 ebenfalls 26 Tore und in der Saison 2014/15 25 Tore erzielte.
Nachdem Kruse zu VfL Wolfsburg gewechselt war, übernahm Lars Stindl die Rolle im Angriff. Das Resultat: In der Saison 2015/16 erzielten Stindl und Raffael gemeinsam 20 Tore, 2016/17 waren es 18 Tore. Werden Kleindienst und Machino zehn Jahre später in ihre Fußstapfen treten?
Wie es gehen kann, haben Kleindienst und Alassane Pléa in der vergangenen Saison gezeigt. Kleindienst erzielte 16 Saisontore und wurde zum deutschen Nationalspieler, während Pléa auf seiner Abschiedstour elf Treffer erzielte. Gemeinsam waren sie für die Hälfte aller Gladbacher Tore in der Bundesliga verantwortlich.
Der Unterschied zur Favre-Ära liegt darin, dass Gerardo Seoane auf ein klares 4-2-3-1-System mit Pléa auf der Zehn gesetzt hat. Pléa übernahm eine andere Rolle, als die, die von Machino erwartet wird. Er war kein Spieler für tiefen Läufe, sondern suchte Lösungen zwischen den Linien mit dem Ball am Fuß.
Pléas Abgang zur PSV Eindhoven und die darauffolgende Verpflichtung Machinos ermöglichen Seoane die Rückkehr zu dem früheren Favre-System. Die Unterschiede zum 4-2-3-1 sind marginal; lediglich die Abläufe im letzten Drittel würden anders gestaltet. Und falls eine andere Struktur erforderlich ist, steht Kevin Stöger auf der Zehn zur Verfügung.
Welche Variante Seoane letztendlich wählen wird, bleibt abzuwarten, bis Machino vollständig fit ist. Letztendlich ist die Rolle des 25-Jährigen jedoch unerheblich, solange er Tore erzielt. In seiner ersten Bundesliga-Saison gelangen ihm elf Tore für Holstein Kiel; wiederholt er diese Ausbeute, wäre es ein gelungenes Debütjahr in Gladbach. Dann wären die Sorgen darüber, wer Kleindienst unterstützen und Pléa ersetzen wird, schnell verflogen.