Skandal um Trump und Infantino bei der WM 2026

Skandal um Trump und Infantino bei der WM 2026

Donald Trump und Gianni Infantino stehen im Zentrum eines der größten Skandale der bisherigen WM. Absolut-Fussball-Reporter Andreas Schmid erläutert die Hintergründe.

München – Andreas Schmid von Absolut Fussball hat die Aufhebung der Rotsperre gegen den US-Stürmer Folarin Balogun scharf kritisiert. In der täglichen WM-Show „Die WM-WG“ (powered by IPPEN.MEDIA) bezeichnete Schmid die Entscheidung als klaren Regelverstoß. „Die Einmischung der Politik ist ein ganz anderes Thema und stellt eine klare rote Linie dar“, erklärte er.

Der Hintergrund ist ein beispielloser Vorfall bei der WM 2026. Folarin Balogun erhielt im Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte. Laut FIFA-Regularien zieht ein solcher Platzverweis automatisch eine Sperre von mindestens einem Spiel nach sich. Dennoch hob die FIFA die Sperre überraschend kurz vor dem Achtelfinale der USA gegen Belgien auf.

Berichten von The Athletic und der Nachrichtenagentur AP zufolge ging der Entscheidung ein direkter Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino voraus. Die US-Regierung bestätigte den Kontakt. „Der Präsident und Infantino haben miteinander gesprochen, und der Präsident wollte besser verstehen, warum eine Rote Karte gezeigt wurde und warum es zu einer Sperre kam“, erklärte ein Sprecher der US-Regierung gegenüber der New York Post. Auch Trump bestätigte die Einmischung.

Schmid betonte in der Sendung das Ausmaß der Intervention. „Es ging offenbar nicht nur um Trump, sondern um einen großen Apparat von Mitarbeitern des Weißen Hauses. Letztlich führte dies dazu, dass Trump selbst bei Infantino anrief.“ Die internationale Reaktion auf die FIFA-Entscheidung fiel scharf aus.

Besonders bemerkenswert ist, dass sich auch der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter zu Wort meldete. „Rote Karten werden im Fußball nicht durch politische Interventionen aufgehoben, sondern nach klaren Regeln und durch unabhängige Instanzen“, schrieb Blatter auf X. Schmid griff diesen Punkt in der Sendung auf: „Selbst Sepp Blatter, der als einer der größten Schurken des Weltfußballs gilt, sagt, dass das nicht geht. Wenn er das schon sagt, ist klar, dass hier eine rote Linie überschritten wurde.“

Schmid thematisierte auch die sportlichen Konsequenzen und den möglichen Schaden, den Trump der eigenen Nationalmannschaft zugefügt haben könnte. „Wenn Balogun heute ein entscheidendes Tor schießt oder die Mannschaft weiterkommt, wird der Erfolg immer auf die aufgehobene Sperre zurückgeführt werden. Somit hat Trump auch der eigenen Nationalmannschaft geschadet.“

Mit einem Augenzwinkern wies Schmid auf die Rote Karte hin, die England kurz zuvor erhalten hatte. „Die Engländer haben gestern eine Rote Karte bekommen. Vielleicht ruft Harry Kane jetzt an und sagt: Wir möchten ebenfalls, dass diese Sperre aufgehoben wird.“ Der belgische Fußballverband hat unterdessen offiziell Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt. Ob der Einspruch Erfolg haben wird, bleibt zunächst ungewiss.

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