Stuttgart besiegt Wolfsburg deutlich im Abstiegskampf
Stuttgart feiert, während Wolfsburg im Abstiegskampf einen weiteren herben Rückschlag erleidet. Der Druck auf die Mannschaft und Trainer Daniel Bauer wächst.
Der VfL Wolfsburg rutscht durch die 0:4-Niederlage beim VfB Stuttgart immer tiefer in die Krise. Diese Pleite markiert das siebte sieglose Spiel in Folge in der Fußball-Bundesliga für die Niedersachsen. Die Mannschaft trat verunsichert auf und Trainer Bauer sieht sich möglicherweise bald mit seiner Zukunft konfrontiert.
Angesichts der Überlegenheit der Stuttgarter war Wolfsburg mit dem Ergebnis noch gut bedient. Vor 57.500 Zuschauern untermauerte der VfB mit den Toren der beiden deutschen WM-Kandidaten Deniz Undav (21. Minute) und Jamie Leweling (30./42.) sowie einem späten Treffer von Nikolas Nartey (90.+5) seine Ambitionen auf einen Europapokalplatz und beendete den 24. Spieltag auf dem vierten Platz.
Vor dem Spiel hatte Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph Bauer noch „100-prozentige Rückendeckung“ zugesichert. Nach der enttäuschenden Vorstellung dürften jedoch die Fragen nach einem möglichen Nachfolger lauter werden.
Von Beginn an war die Defensive von Wolfsburg gefordert, da die Schwaben druckvoll in das 100. Bundesliga-Spiel von Trainer Sebastian Hoeneß starteten und durch Atakan Karazor sowie Ermedin Demirovic erste gute Chancen herausspielten. Chris Führich sorgte zudem immer wieder für Gefahr über den Flügel.
Die umgebaute VfB-Defensive, in der neben Josha Vagnoman (Oberschenkelverletzung) auch Abwehrchef Jeff Chabot aufgrund einer „kleinen Rückenproblematik“ fehlte, wurde selten gefordert, obwohl Hoeneß vor der „großen individuellen Klasse“ der Wolfsburger gewarnt hatte.
Die Stuttgarter zeigten sich spielfreudig und schienen den Schwung aus dem Einzug ins Achtelfinale der Europa League mitzunehmen, trotz der zuvor erlittenen 0:1-Niederlage gegen Celtic Glasgow. Wolfsburg hingegen bot wenig Gegenwehr.
Undav profitierte bei seinem 14. Saisontor davon, dass die Wolfsburger eine Hereingabe von Führich nicht klären konnten. Leweling wurde beim 2:0 am langen Pfosten sträflich allein gelassen, und beim dritten Treffer zeigte er seine Klasse.
Hoeneß motivierte seine Mannschaft gestikulierend, während Bauer den Rückschlag seiner Mannschaft resigniert von seinem Platz aus beobachtete. Es passte ins Bild, dass Lovro Majer allein vor VfB-Torhüter Alexander Nübel den Ball am Tor vorbeischob.
Wolfsburgs Trainer schickte seine Mannschaft früh zurück auf das Feld und nahm drei Wechsel vor, darunter Winter-Neuzugang Kento Shiogai, der aus der Distanz Nübel prüfte (57.).
Am Spielverlauf änderte sich jedoch wenig. Stuttgart dominierte weiterhin das Geschehen, während Wolfsburg meist hinterherlief und Glück hatte, dass ein Handspiel von Konstantinos Koulierakis im Strafraum nicht zu einem Elfmeter führte.
In der Schlussphase kontrollierten die Gastgeber das Spiel und verpassten mehrere weitere Tore, da Kamil Grabara im VfL-Tor einige Male rettete. Doch das 0:4 konnte auch er nicht verhindern.