SV Werder Bremen empfängt den HSV im Nordderby
Der SV Werder Bremen empfängt am Samstag um 15:30 Uhr den Hamburger SV im Weserstadion. Hier ist der Vorbericht zum mit Spannung erwarteten Nordderby.
Am Freitagnachmittag sorgten beeindruckende Bilder beim Abschlusstraining des SV Werder Bremen für Aufsehen. Die aktive Bremer Fanszene hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, die Mannschaft bei der letzten Einheit vor dem brisanten Nordderby gegen den HSV zu unterstützen. Über 1.500 Fans folgten diesem Aufruf und schufen mit lautstarken Gesängen und Pyrotechnik eine mitreißende Atmosphäre. Die Spieler bedankten sich im Anschluss ausgiebig bei den anwesenden Anhängern, die über einen Bremer Ultra eine klare Botschaft an die Mannschaft übermittelten: „Es gibt keinen Grund, Angst zu haben. Wir stehen hinter euch und sind morgen einer mehr. Macht uns und euch glücklich und holt den Derbysieg!“
Für das Spiel am Samstag um 15:30 Uhr im Stadion gegen den HSV wird eine ähnliche Stimmung erwartet. Um sicherzustellen, dass es ein unvergesslicher Tag wird, stehen nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Umfeld im Fokus. Aus diesem Grund richtete Anne-Kathrin Laufmann, die Geschäftsführerin Sport und Nachhaltigkeit des Vereins, im Vorfeld der Partie einen eindringlichen Appell an die Fans. „Ein Derby lebt von Rivalität. Es lebt davon, dass zwei Mannschaften und ihre Fans alles geben, ihr Team mit voller Hingabe unterstützen und die besondere Atmosphäre spürbar machen“, erklärte Laufmann. „Doch bei aller Leidenschaft gilt für uns ganz klar: Rivalität gehört dazu – Feindseligkeit und Gewalt haben keinen Platz. Fair Play steht über jedem Ergebnis. Ein Derby gewinnt man mit Herz – nicht mit Hass.“
Dieses „Herz“ sollen auch die Spieler von Daniel Thioune auf dem Platz zeigen. Nach einem teils blutleeren Auftritt in Köln nimmt der Trainer des SV Werder Bremen seine Mannschaft vor dem Nordderby, insbesondere in Bezug auf die Defensivarbeit, in die Pflicht. „Die Körpersprache hat mir nicht bei allen gefallen. Am Wochenende soll es nicht so aussehen, dass zehn Leute zugucken, wenn der Ball verloren geht, sondern dass sie sich darum streiten, wer ihn zurückerobern darf.“ Daher stand das Thema Umschaltmomente bereits unter der Woche auf der Agenda, da Werder den HSV, der in der Tabelle drei Punkte vor den Grün-Weißen steht, „eher tief verteidigend“ erwartet.
„Wir gehen davon aus, dass der HSV eher das eigene Tor verteidigen wird und auf Kontersituationen setzt“, prognostiziert Daniel Thioune. Für sein Team bedeutet dies, möglichst wenige Fehler im eigenen Ballbesitz zu machen, eine stabile Restverteidigung zu gewährleisten und selbst mehr Durchschlagskraft im letzten Drittel zu entwickeln. Ein möglicher Ausfall von HSV-Abwehrchef Luka Vuskovic, dessen Einsatz aufgrund einer Knieprellung fraglich ist, könnte dabei von Vorteil sein. Dennoch möchte sich Thioune nicht zu sehr mit dem möglichen Fehlen des jungen Kroaten beschäftigen. „Wenn der Hamburger SV auf Luka Vuskovic verzichten muss, dann sind wir auf Augenhöhe, da wir auf Marco Friedl verzichten müssen“, sagte er.
Auf dem Rasen könnten somit zwei Schlüsselspieler fehlen. An der Seitenlinie treffen mit Daniel Thioune und HSV-Coach Merlin Polzin zwei alte Bekannte aufeinander. Polzin arbeitete sowohl beim HSV als auch zuvor beim VfL Osnabrück unter Thioune als Co-Trainer, was bedeutet, dass beide die Spielphilosophien bestens kennen. Ein möglicher Nachteil? „Es geht nicht darum, dass wir uns taktisch herausfordern“, betont Thioune. „Das Spiel Werder Bremen gegen den HSV steht im Vordergrund. Und das wollen wir gewinnen. Wir wollen am Samstag ein einzigartiges Erlebnis haben und danach mit dem HSV punktgleich sein.“
Die Stimmung auf den Tribünen soll ebenfalls zu diesem Erlebnis beitragen. Die aktive Fanszene des SV Werder Bremen hat bereits eine große Choreografie angekündigt und alle Werder-Fans wurden gebeten, in grüner Kleidung ins Stadion zu kommen. Aufgrund des Nordderbys und der angespannten sportlichen Situation ist daher mit einem äußerst stimmungsvollen und aufgeladenen Ambiente im Weserstadion zu rechnen – eines, das jedoch schnell kippen kann, wenn das Ergebnis auf dem Rasen nicht den gewünschten Verlauf nimmt. „Dieses Derby soll in Erinnerung bleiben – als ein intensives, emotionales und zugleich faires Fußballspiel“, betont Anne-Kathrin Laufmann und fügt hinzu: „Lasst uns gemeinsam Verantwortung übernehmen und für ein sicheres und unvergessliches Fußballerlebnis sorgen.“ Der Auftakt für ein solches Erlebnis wurde bereits am Freitag mit den eindrucksvollen Bildern beim Abschlusstraining gemacht.